Fund aus dem Zweiten Weltkrieg Skelett im Garten von Günther Jauchs Restaurant entdeckt

Gärtner haben auf dem Grundstück einer Potsdamer Villa ein Skelett gefunden. In dem Bau betreibt Günther Jauch mit Starkoch Tim Raue ein Restaurant. Der Fund ist jedoch allenfalls für Archäologen interessant.

Villa Kellermann: Hier eröffnete Moderator Günther Jauch mit Koch Tim Raue im Herbst ein Restaurant
Jürgen Ritter/ imago images

Villa Kellermann: Hier eröffnete Moderator Günther Jauch mit Koch Tim Raue im Herbst ein Restaurant


Auf dem Grundstück einer Potsdamer Villa ist ein Skelett gefunden worden. Drei Landschaftsgärtner gruben gerade mit einem Minibagger den Garten der Villa Kellermann um, als sie in gut 30 Zentimeter Tiefe auf einen Unterschenkelknochen und einen Schädel stießen. In der Villa eröffnete Moderator Günther Jauch im Herbst ein Restaurant mit Spitzenkoch Tim Raue.

Die Gärtner alarmierten die Polizei. Beamte des Kriminaldauerdienstes und der Kampfmittelbeseitigung rückten an, weil bei den Knochen auch Patronen gefunden wurden. Laut ersten Ermittlungen handelt es sich bei dem Toten wahrscheinlich um einen russischen Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg fiel. Dafür spreche die Munition am Tatort. Damit sind die Knochen kein Fall für die Polizei, sondern allenfalls für Archäologen.

Knochen sollen bestattet werden

Dass auch bei einem womöglich Jahrzehnte oder Jahrhunderte alten Skelett die Polizei gerufen wird, ist normal. Die Beamten müssen erst klären, ob es sich um einen möglichen Kriminalfall handelt. Wird dies ausgeschlossen, werden die Knochenreste für Archäologen interessant. Der Zweig der Neuzeitarchäologie, der sich auch mit Überresten aus den Weltkriegen beschäftigt, ist in den vergangenen Jahren gewachsen.

Um die Knochen vom Jauch-Anwesen kümmert sich nun der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Sie sollen würdevoll bestattet werden, teilte die Polizei mit.

"Man findet immer wieder Knochen und Munition in Berlin und Umgebung", sagte einer der Landschaftsgärtner den "Potsdamer Neuen Nachrichten". Es sei nicht sein erster Knochenfund gewesen. "Das ist schon immer ein bisschen gruselig."

koe



insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
spon_5112961 03.12.2019
1. Mahlzeit...
...und guten Appetit!
spon-facebook-10000151392 03.12.2019
2. als Archaeologin findet
man immer mal Skelett teile. Das Spannende daran ist, dass man immer entscheiden muss, ob es aelter als 50 / 100 Jahre ist ..... die Gesetzgebung ist in allen Laendern verschieden . Der Artikel ist gut geschrieben - danke .... habe schon selber einige hier in Kapstadt gefunden .... alle wurden als archaeologische Funde eingestuft. Man ist immer ueberwaeltigt und ehrfuerchtig .....
geotie1 03.12.2019
3.
Zitat von spon_5112961...und guten Appetit!
Bei Untersuchungen von alten Schlachtfeldern aus der Zeit Napoleons hat man sich gewundert, wo all die vielen Leichen geblieben sind. So wie ich gehört habe, wurden die Knochen gemahlen und auf die Felder gestreut. Vielleicht hätte man damals statt 'für Gott und Vaterland' 'für Gott, Vaterland und einer guten Ernte' sagen sollen.
a_west 03.12.2019
4.
Zitat von geotie1Bei Untersuchungen von alten Schlachtfeldern aus der Zeit Napoleons hat man sich gewundert, wo all die vielen Leichen geblieben sind. So wie ich gehört habe, wurden die Knochen gemahlen und auf die Felder gestreut. Vielleicht hätte man damals statt 'für Gott und Vaterland' 'für Gott, Vaterland und einer guten Ernte' sagen sollen.
Menschliche Knochen sind auch nicht sehr stabil. Je nach Bodenbeschaffenheit und Klima geht der Zerfall recht schnell, habe ich gehört. Auch einer der Gründe, warum es so wenige Funde von Vormenschen gibt. Dafür, dass wir auf der Erde umwelttechnisch einen riesigen Fußabdruck hinterlassen, ist unserer biologischer Abdruck geradezu lächerlich.
heissSPOrN 03.12.2019
5.
Solange es kein Mitarbeiter vom Guide Michelin war...
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