PR-Kampagne Die Nasa erkundet den Pop-Planeten

Verschollene Sonden, unpopuläre Projekte: Die Nasa fürchtet einen Imageverlust bei der Jugend. Nun will die Weltraumbehörde eine Boygroup beauftragen, Lieder über die ISS zu trällern.

Wenn Nasa-Astronauten irgendwann einmal zum Mars starten, sollen Tausende Teenies kreischen und in Tränen ausbrechen. Nicht wegen der unter klobigen Anzügen verborgenen Waschbrettbäuche der Raumfahrer, sondern wegen der schmalzigen Begleitmusik.

Weil sie einen Popularitätsverlust bei den Heranwachsenden fürchtet, will die Nasa die Erkundung des Weltalls künftig hitparadentauglich untermalen. Die Raumfahrtbehörde müsse das Interesse der Jugend an der Weltraumfahrt erwecken, erklärte Nasa-Chef Daniel Goldin. "Wenn wir das nur erreichen können, indem wir hip sind, dann machen wie es eben", zitierte ihn das Fachmagazin "New Scientist".

Den ersten Song soll nach bisheriger Planung die neue US-Boygroup Natural liefern. Zwar konnten die fünf Pop-Bubis bislang noch nicht allzu nachhaltig auf sich aufmerksam machen, immerhin stammen sie jedoch aus derselben Hitfabrik wie 'N Sync und die Backstreet Boys. Zudem erwägt die Nasa weitere Projekte, zu denen auch ein Weltraum-Rap - möglicherweise von Gangsta-Rapper Coolio vorgetragen - gehören könnte.

Noch ist nicht entschieden, worüber die Natural-Boys trällern sollen. Doch es gibt schon Vorschläge: "Ich würde sie am liebsten etwas über die Internationale Raumstation und Mikrogravitation singen lassen", begeistert sich Bertram Ulrich vom Nasa Art Programm. Die Kreativabteilung der Weltraumbehörde soll den Song bis zum Herbst des Jahres offiziell in Auftrag geben.

Das Video zur neuen Nasa-Hymne könnte, wie Ulrich erklärt, vor einer Startrampe samt Raumfähre gefilmt werden. Gerüchte, denen zufolge die Raumfahrtbehörde die Pop-Band eigens für den Clip ins All schießen lassen will, weist er jedoch energisch zurück.

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