Premiere Robodoc implantiert Kniegelenkprothese

An der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Frankfurt am Main wurde einem 61-jährigen Patienten mit Unterstützung eines Roboters ein künstliches Kniegelenk eingesetzt. Es war die erste Operation dieser Art.

Frankfurt am Main - Dazu wurde der so genannte Robodoc, der in dem Krankenhaus bereits seit 1994 zum Einsetzen künstlicher Hüftgelenke verwendet wird, eigens für eine Knieoperation umgerüstet. Das Ärzteteam um Martin Börner bezeichnete den zweistündigen Eingriff an dem Patienten als großen Erfolg.

Nach Angaben von Börner wurden zunächst sämtliche erforderliche Daten gesammelt und ein dreidimensionales Bild des Kniegelenks erstellt. "Der Arzt kann so das Knie aus wirklich allen Perspektiven beurteilen und nicht nur aus zwei Richtungen wie beim Röntgenbild", erklärte Börner. Mit dem 3-D-Bild könne man besser entscheiden, welche Prothese die Richtige sei und ihre optimale Lage bestimmen. Robodoc ist eine computergesteuerte Fräsmaschine. Er sägt mit 70 000 Umdrehungen pro Minute die Schäfte für die Fixierung der Prothese in den Knochen.

Der Vorteil der computergestützten Operation liegt in der hohen Präzision. Wenn der Roboter den Knochen ausfräst, um ihn für die Aufnahme der Prothese vorzubereiten, weicht er in der Regel nur um fünf hundertstel Millimeter vom vorgegebenen Maß ab. Selbst der erfahrenste Chirurg könne höchstens eine Genauigkeit bis auf 1,2 Millimeter erreichen, unterstrich Börner. Die mit Roboterhilfe eingesetzte Prothese sitze daher besser und halte auch länger. Dies haben laut Börner die bei den Hüftoperationen gemachten Erfahrungen ausgiebig unter Beweis gestellt.

Seit 1994 sind an der Frankfurter Unfallklinik schon etwa 2.700 Hüftoperationen mit dem Roboter durchgeführt worden. Nun sollen auch Kniegelenkoperationen dieser Art Routine werden. Die nächste computergestützte Kniegelenkoperation ist noch für diese Woche geplant.

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