Psychologie Narben und Schrammen machen Männer attraktiv

Gute Nachrichten für James Bond und Co.: Wer leichte Blessuren im Gesicht hat, wird vom weiblichen Geschlecht für attraktiver gehalten - und hat zumindest für ein kurzes Liebesabenteuer gute Karten. Bei langfristigen Partnerschaften gibt es den Effekt hingegen nicht.


Männlichkeit, Stärke und ein draufgängerischer Lebensstil: Das alles, so glaubt Robert Burriss von der Universität im britischen Liverpool, lässt sich auf den ersten Blick aus dem Gesicht eines Mannes ablesen - und zwar an Schrammen und Narben im Gesicht. Und solche Wundmale kommen offenbar gut an, wie der Psychologe bei Befragungen herausgefunden hat.

Fußballstar Franck Ribery: "Eine große Narbe wird Sie wahrscheinlich nicht attraktiver machen"
Getty Images

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Burriss und seine Kollegen hatten 147 Frauen und 76 Männern jeweils acht Fotos gezeigt. Männer bekamen Frauen zu sehen, und Frauen mussten sich Männerfotos anschauen. Bei der Hälfte der Versuchspersonen waren die Bilder am Computer nachbearbeitet. Hier hatten die Psychologen kleinere Schrammen und Narben eingefügt, wie sie im Fachblatt "Personality and Individual Differences" berichten.

Die Bilder der leicht Verwundeten wurden von den Probandinnen als attraktiver beschrieben - und zwar um genau 5,7 Prozentpunkte. Vom Leben gezeichnete Männer seien vor allem von Frauen auf der Suche nach einem kurzen Liebesabenteuer bevorzugt worden. Bei langfristigen Partnerschaften hätten sie hingegen keine Vorteile, erklärten die Wissenschaftler.

"Eine große Narbe wird Sie wahrscheinlich nicht attraktiver machen", sagte Robert Burriss der britischen Zeitung "Guardian". "Es gibt aber einige Narben, die Frauen offenbar anziehend finden. Das ist diese James-Bond-Sache, wo eine Person als attraktiv eingeschätzt wird - aber vielleicht nicht als besonders passend für eine Heirat."

Bei Frauen wirken sich die leichten Schönheitsfehler nach Auskunft der Forscher übrigens nicht auf die wahrgenommene Attraktivität aus. Allerdings gebe es einen interessanten Effekt: Während die Testpersonen bei männlichen Bildern davon ausgingen, dass etwa eine Schlägerei für die Blessuren verantwortlich sein könnte, hieß es bei Frauen eher: Ein Unfall war Schuld.

chs

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