Rätsel gelöst Mona Lisa lächelt dank spezieller Maltechnik

Wieso lächelt diese Frau? Das fragten sich Gelehrte und Kunstliebhaber seit Jahrhunderten. War es Leonardo da Vincis besondere Maltechnik, die Mona Lisa so geheimnisvoll lächeln lässt? Nun haben Wissenschaftler diese Theorie erstmals nachweisen können.


Das Geheimnis um den Schleier, der das Lächeln der Mona Lisa umspielt, scheint gelüftet: Der Maler Leonardo da Vinci verwendete bei dem weltberühmten Porträt eine spezielle Maltechnik, "Sfumato" genannt. Da Vinci legte mehrere dünne Farbschichten und eine Lasierung übereinander, wie Mady Elias und Pascal Cotte in der Fachzeitschrift "Applied Optics" berichten. "Sfumato" stammt aus dem Italienischen und heißt übersetzt so viel wie "neblig" oder "verschwommen". Die "Sfumato"-Maltechnik wurde von einem Zeitgenossen da Vincis, dem italienischen Maler Antonello Da Messina, verbreitet.

Schon früher hatten Kunstexperten vermutet, dass die spezielle Maltechnik da Vincis der Grund für das rätselhafte Lächeln ist. Der Meister verwandte häufig durchsichtige Farben, mit denen er bestimmte Stellen mehrfach übermalte. Dadurch verschwimmen diese, was der Figur eine geheimnisvolle Aura verleiht. Nur war bislang nicht nachgewiesen, ob er diese Technik auch bei der Mona Lisa verwandte.

"Nun ist es keine Theorie mehr, nun sind wir sicher, dass es sich wirklich um die vermutete Technik handelt", sagte Mady Elias vom französischen Nationalen Wissenschaftszentrum (CNRS). Die Analyse des weltberühmten Bildes, das jährlich hunderttausende Touristen in den Pariser Louvre lockt, sei angefertigt worden, ohne das Gemälde zu berühren. Die Wissenschaftler hatten das Bild mit einer Multispektral-Kamera analysiert.

Die Oberfläche des Bildes besteht aus mehreren Umbra-Schichten, eine Erdfarbe in verschiedenen Schattierungen, sagte Elias. Die zweite Schicht "zu einem Prozent aus zinnoberrot und zu 99 Prozent aus einem bleiernen Weiß".

Das Abbild der geheimnisvoll Lächelnden zeigt die Italienerin Lisa Gherardini, die Ehefrau des Florentiner Händlers Francesco de Giocondo. Sie hatte insgesamt fünf Kinder. Über die Ursachen des Lächelns der Mona Lisa wurden zahlreiche Theorien entwickelt. So hatten Kunstexperten vermutet, dass sie zum Zeitpunkt der Entstehung des Gemäldes schwanger gewesen oder gerade ihr zweites Kind zur Welt gebracht hatte. Das Bild gehört heute zu den bekanntesten Kunstwerken der Menschheit.

lub/afp



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