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10. Dezember 2001, 11:42 Uhr

Raumstation ISS

Gedenkminute in 400 Kilometer Höhe

Am 11. September beobachtete auch die Crew der Raumstation ISS die Katastrophe von New York. Kurz nach der Ankunft der "Endeavour" haben alte und neue Besatzung gemeinsam der Terroropfer gedacht.

Rauchfahne über New York: Die Anschläge vom 11. September aus Sicht der ISS-Crew
NASA

Rauchfahne über New York: Die Anschläge vom 11. September aus Sicht der ISS-Crew

Während die Internationale Raumstation ISS am Sonntagabend mit einer Geschwindigkeit von fünf Kilometern in der Sekunde in rund 400 Kilometer Höhe über die USA raste, sprach der Kommandant der alten Crew, Frank Culbertson, im Namen der ganzen Besatzung den Familien sein Mitgefühl aus.

"An alle, die Angehörige und Freunde verloren haben, und an diejenigen, die den Überlebenden geholfen haben: Wir übermitteln euch die besten Wünsche", sagte Culbertson. Der Astronaut erinnerte daran, dass die ISS am 11. September kurz nach den Anschlägen über die USA flog. Die Crew sah aus dem Fenster die riesige Rauchwolke über den Trümmern des World Trade Centers in New York. "Wir waren alle sehr betroffen", so Culbertson.

Die Raumfähre "Endeavour", die am Freitagabend die neue Langzeitbesatzung zur Station brachte, hatte 6000 postkartengroße US-Flaggen an Bord, die nach der Reise ins All an die Überlebenden der Angriffe verteilt werden sollen. Die Raumfahrtbehörde Nasa will mit der Aktion "Flaggen für Helden und Familien" ihre Verbundenheit mit dem amerikanischen Volk dokumentieren.

Wachwechsel im All

Die neue Crew hatte am Samstag das Kommando auf der ISS übernommen. Die drei Raumfahrer aus Russland und den USA sollen ein halbes Jahr im Orbit verbringen. Nach dem Öffnen der Luken war zuerst der neue russische Kommandant Jurij Onufrienko an Bord gekommen. Als Gastgeschenk brachte er seinem Vorgänger Culbertson frische Äpfel mit.

Der abgelöste amerikanische Kommandant soll zusammen mit seiner Crew, den beiden russischen Kosmonauten Wladimir Deschurow und Michail Tjurin, nach mehr als vier Monaten im All am Freitag oder Samstag den Rückflug antreten. Onufrienko bleibt zusammen mit den Amerikanern Carl Walz und Daniel Bursch bis Mai nächsten Jahres in der Raumstation.

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