Raumstation ISS Nasa will überirdische Blähungen stoppen

Keine Zuflucht in der engen Station, kein Fenster zum Lüften: Im Weltall sind üble Darmwinde besonders schwer zu ertragen. Nun will die Nasa mit dänischem Spezialkäse Abhilfe schaffen.

Kopenhagen - Das Leben auf der Internationalen Raumstation ISS ist vielleicht schwere-, aber nicht wirklich geruchlos. Hat ein Astronaut erst einen fahren lassen, gibt es für seine Kollegen kaum ein Entkommen. Offenbar ist die Luft im Orbit derart dick, dass die Nasa nun Hilfe beim dänischen Milchkonzern Arla gesucht hat: Käse, Joghurt und andere Milcherzeugnisse sollen Blähungen künftig vermindern.

Wie Forschungschef Carsten Halland Slot am Donnerstag in Viby bestätigte, hat das Unternehmen mit der US-Raumfahrtbehörde einen Vertrag zur Entwicklung entsprechender Spezialprodukte in den kommenden fünf Jahren abgeschlossen. Das grundlegende Problem ist Slot zufolge die "ausgeprägt träge Verdauung" bei Weltraumfahrten. Die im Magen gesammelte Luft könne wegen der Schwerelosigkeit nicht durch Rülpsen entweichen. "Heraus muss die Luft aber, und da gibt es nur einen anderen Weg", umschrieb der Däne den Ursprung des Nasa-Auftrags.

Arla soll Milchprodukte entwickeln, die durch spezielle Bakterienkulturen für eine "bessere Balance in der Darmflora" und verminderte Blähungen sorge. Probleme schafft dies nach Meinung des Dänen nicht nur wegen schlechter Luft im Raumschiff, sondern vor allem beim vergeblichen Kampf des Verursachers gegen die Entladung: "Das erzeugt ein allgemeines Unwohlsein, so dass die Astronauten nicht zu optimalen Leistungen im Stande sind."

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