Raumstation ISS "Titanic" im Weltall

Kate Winslet schmachtend am Bug der Internationalen Raumstation? "Titanic"-Regisseur James Cameron plant einen Film an Bord der ISS.


Greift nach den Sternen: "Titanic"-Regisseur Cameron
AP

Greift nach den Sternen: "Titanic"-Regisseur Cameron

San Francisco - Nach seinem ebenso teuren wie erfolgreichen Film "Titanic" sucht James Cameron neue Herausforderungen im Weltall. Der kanadische Regisseur träumt davon, einen Film an Bord der Internationalen Raumstation ISS zu produzieren. Mit den Russen, die maßgeblich an dem 60 Milliarden Dollar teuren Projekt beteiligt sind, hat er bereits Gespräche geführt.

Ein solcher Film könnte die Menschen wieder ähnlich für die Raumfahrt begeistern wie 1969 Neil Armstrongs erste Schritte auf dem Mond, sagte Cameron zu "BBC News". "Wenn sich herausstellt, dass so etwas möglich ist, sollte irgendein Filmemacher da hoch fliegen", forderte der Regisseur.

Internationale Raumstation: "Irgendein Filmemacher sollte da hoch fliegen"
NASA

Internationale Raumstation: "Irgendein Filmemacher sollte da hoch fliegen"

Cameron warb für sein Projekt auf dem jährlichen Treffen der American Association for the Advancement of Science (AAAS) in San Francisco, wo er an einem Seminar über die Eroberung des Weltalls teilnahm. An der Veranstaltung waren auch die US-Raumfahrtbehörde Nasa und der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Lockheed Martin beteiligt.

Vor allem bei der Nasa könnte der Plan des Regisseurs auf Bedenken stoßen - die Amerikaner stehen einer kommerziellen Nutzung der Raumstation skeptisch gegenüber. Cameron distanzierte sich deshalb von privaten Ausflügen ins All: "Während es beim Weltraumtourismus um die Befriedigung eines Einzelnen geht, interpretiert ein Filmemacher die Erfahrungen im Weltall für all diejenigen auf der Erde, die so etwas nicht selbst erleben können."

Die Russen zu überzeugen, dürfte Cameron nicht schwer fallen: Bereits bei der Raumstation Mir planten sie eine kommerzielle Nutzung, die allerdings wegen der Baufälligkeit des Gefährts nicht zustande kam. Nun will die russische Raumfahrtbehörde - sehr zum Ärger des amerikanischen Partners - einem Touristen die Fahrt zur ISS ermöglichen: Im April soll der ehemalige Nasa-Ingenieur und Multimillionär Dennis Tito die Raumstation zusammen mit zwei russischen Kosmonauten besuchen.



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