Raumtourismus Der erste Afrikaner fliegt zur ISS

Er ist reich, weltraumbegeistert und Südafrikaner: Als zweiter Privatmann wird der Multimillionär Mark Shuttleworth zur Internationalen Raumstation fliegen.


Der Flug zur ISS ist gebucht: Unternehmer Shuttleworth
DPA

Der Flug zur ISS ist gebucht: Unternehmer Shuttleworth

Nach zähen Verhandlungen hat sich der südafrikanische Unternehmer Mark Shuttleworth, 28, offenbar mit der russischen Raumfahrtbehörde Rosawiakosmos über ein Ticket zur Internationalen Raumstation ISS geeinigt. Damit steht der Internet-Multimillionär kurz vor der Verwirklichung seines Plans, als erster Bürger des afrikanischen Kontinents ins All zu reisen.

Shuttleworth, der sich derzeit im Sternenstädtchen bei Moskau einem Kosmonautentraining unterzieht, wird im April 2002 als zweiter Privatmann mit einer Sojus-Kapsel zur ISS fliegen. Die entsprechenden Verträge sollten bis Mittwoch unterzeichnet werden, bestätigte Rosawiakosmos am Dienstag. Anders als sein Vorgänger, der US-Amerikaner Dennis Tito, wird der weiße Südafrikaner kein reiner Weltraumtourist sein, sondern auch einige Aufgaben übernehmen.

"Das ist die Erfüllung eines persönlichen Traums, der an der Spitze Afrikas begann", erklärte Shuttleworth auf seiner Webseite Africaninspace.com. Der künftige Kosmonaut will seinen Flug ins All, den er auch als Werbemaßnahme für die Wirtschaft des Kontinents versteht, im Internet dokumentieren. Er hoffe, dass seine Reise zur ISS "viele meiner afrikanischen Mitbürger inspirieren wird, an die Kraft ihrer Träume zu glauben", ließ der Unternehmer verlauten.

Über die Kosten des Ausflugs in den Orbit wurde zunächst nichts bekannt. Allerdings dürfte Shuttleworth kaum weniger dafür ausgegeben haben als Dennis Tito, der den Russen angeblich 20 Millionen Dollar für die Reise zur ISS gezahlt hatte. Der Flug des ersten Weltraumtouristen war bei der US-Raumfahrtbehörde auf harte Kritik gestoßen. Die Verstimmung zwischen Nasa und Rosawiakosmos zog monatelange Verhandlungen hinter den Kulissen nach sich.



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