Regenerierbare Energien Watt durch Wind

Die Energiegewinnung aus Wind ist in Deutschland auf dem Vormarsch. In 20 bis 30 Jahren soll es möglich sein, aus der fossilen Energieversorgung weitgehend auszusteigen.

Kassel - Diese Einschätzung vertreten Teilnehmer des europäischen Windenergie-Kongresses in Kassel. "In Schleswig-Holstein können wir bereits zehn Prozent des Energiebedarfs mit Windenergie decken", sagt Wirtschaftswissenschaftler Olav Hohmeyer, Vorsitzender der Fördergesellschaft Windenergie.

Deutschland sei bei der Nutzung von Windenergie mit mehr als 5.000 Megawatt und 8.000 Windanlagen weltweit Nummer eins. Bundesweit gingen derzeit nur zwei Prozent der Stromerzeugung auf das Konto der Windenergie. Keine andere Industrie wachse jedoch so schnell wie diese Branche. Mittlerweile biete die Windenergie an die 30.000 Beschäftigten Arbeit.

Auch im restlichen Europa gehe der Trend hin zu dieser Form der Energiegewinnung: "Bis zum Jahr 2010 könnten in der EU bereits 60.000 Megawatt Strom mit Hilfe Windenergie erzeugt werden", sagt der Präsident der Europäischen Windenergievereinigung, Klaus Rave.

Die Windanlagen seien in den letzten Jahren sicherer, effizienter und geräuschärmer geworden. "Nicht jeder muss in Zukunft sein Windrädchen im Garten haben", sagt Hohmeyer. Es gebe einen Trend hin zu größeren Windanlagen, bei denen sich die Rotorblätter nur langsam - dafür aber leiser bewegten. Der Flächenverbrauch sei minimal, da unterhalb des Windrades noch Landwirtschaft betrieben werden könne.

Derzeit seien Installationen von Windenergieanlagen in der Nordsee geplant. "Diese Off-Shore-Anlagen könnten vier bis fünf Megawatt Strom erzeugen", erklärt Ralf Schwarz vom Kasseler Institut für Solare Energieversorgungstechnik.

EU-Kommission prüft Beihilfen

Vor allem das in Deutschland in diesem Jahr in Kraft getretene Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien habe der Windenergie Auftrieb gegeben. Ein Anlagenbetreiber erhalte je nach Standort zwischen 12 und 18 Pfennig pro erzeugte Kilowattstunde Strom, die er ins Netz speist.

Ungemach drohe der Windenergiebranche durch die Europäische Kommission: Diese prüft derzeit, ob die deutsche Regelung mit den Wettbewerbsmaximen der EU vereinbar ist oder ob das Gesetz eine unrechtmäßige Beihilfe darstellt.

Nach Einschätzung der Experten kann die Entwicklung in der Nutzung der Windenergie jedoch nicht mehr zurückgedreht werden. Die Erzeugung von Windenergie belaste im Gegensatz zur Nutzung fossiler Energiequellen weder Gesundheit noch Umwelt.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.