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21. Juni 2008, 11:17 Uhr

Regierungsplan

Trimmdich-Programm für dicke Deutsche

66 Prozent der Männer sind zu dick, 51 Prozent der Frauen - jetzt plant die Bundesregierung ein millionenschweres Fitnessprogramm. Die Gesundheits- und Verbraucherminister Schmidt und Seehofer wollen unter anderem Sportaktionen und besseres Schulessen fördern.

Die Deutschen sind zu dick - in der kommenden Woche will die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen einen 50-seitigen Aktionsplan für eine gesunde Ernährung verabschieden. In dem Papier mit dem Titel "In Form" heißt es, dass in Deutschland 66 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen zwischen 18 und 80 Jahren zu dick seien.

Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wollen deshalb künftig zehn Millionen Euro pro Jahr zusätzlich ausgeben, etwa für Sportprogramme oder besseres Schulessen.

Zum Ärger der SPD fehlt in dem Papier aber eine Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln, mit der die Bürger vor versteckten Dickmachern gewarnt werden könnten. "Die Verbraucher werden von Seehofer zugunsten der Lobbyinteressen der Lebensmittelindustrie im Stich gelassen", sagt der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

Seehofer hat zwar kürzlich angekündigt, sich auf EU-Ebene für Warnfarben auf kalorienreichen Lebensmitteln wie Schokoriegeln einzusetzen – in Deutschland aber hat bislang der Druck der Lebensmittelverbände eine farbliche Kennzeichnung von Zucker- oder Fettbomben verhindert.

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