Rekord-Reptil Forscher entdecken kleinste Echse

In der Karibik haben Biologen die kleinste Echse der Welt aufgespürt: Nur rund drei Zentimeter Gesamtlänge erreicht der Miniatur-Gecko, der auf einer winzigen Insel zu Hause ist.


Rekord-Reptil: Sphaerodactylus ariasae
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Rekord-Reptil: Sphaerodactylus ariasae

Auf Inseln finden sich besonders häufig Tiere mit extremen Maßen. In der Karibik sind Biologen nun auf ein eindrucksvolles Beispiel gestoßen: die kleinste Echse der Welt. Von der Schnauze bis zum Schwanzansatz misst Sphaerodactylus ariasae, so der wissenschaftliche Name der neu entdeckten Spezies, durchschnittlich gerade einmal 16 Millimeter.

Rechnet man den Schwanz mit ein, erreicht der Miniatur-Gecko eine Gesamtlänge von rund drei Zentimetern - etwa der Durchmesser eines Fünf-Mark-Stücks. Auch das Körpergewicht des Reptils ist rekordverdächtig: Ein erwachsenes Tier, so berichten die Forscher im "Carribean Journal of Science", bringt höchstens 0,14 Gramm auf die Waage.

"Unser Fund zeigt, dass wir immer noch nicht alles über die Arten der Erde wissen", sagt Blair Hedges von der Pennsylvania State University, der die Echse zusammen mit seinem Kollegen Richard Thomas von der University of Puerto Rico entdeckte. "Wir wussten noch nicht einmal, dass diese Spezies existiert, obwohl die Gegend seit mehreren hundert Jahren von Biologen studiert wurde."

Das Reptil lebt den Wissenschaftlern zufolge vermutlich nur auf der winzigen Insel Beata und der gegenüberliegenden Küstenregion der Dominikanischen Republik. Hedges und Thomas weisen in ihrer Studie darauf hin, dass neben dem Kleinstgecko in der Karibik noch viele andere Rekord-Tierarten zu Hause sind.

Auf Kuba zum Beispiel ist mit dem Kolibri Mellisuga helenae, auch Bienenelfe genannt, der kleinste Vogel heimisch. Die Kleinen Antillen beherbergen die kleinste Schlangenart der Welt, Leptotyphlops bilineatus, die kaum breiter ist als eine Bleistiftmine. Vermutlich, so die Forscher, entwickeln sich solche Spezies auf Inseln besonders häufig, weil es dort weniger konkurrierende Arten gibt.



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