Risiko für Herzkranke Kardiologen warnen vor Achterbahn

Wer Probleme mit dem Herz hat, sollte Achterbahnen meiden. Der emotionale Stress kann zu unregelmäßigen Herzschlägen, Rhythmusstörungen und im Extremfall zum Tod führen.


Dass eine Fahrt auf einer Achterbahn aufregend ist, weiß jedes Kind. Was bei dem schnellen Auf und Ab mit den Herzen der Passagiere geschieht, haben Kardiologen vom Universitätsklinikum Mannheim jetzt genauer untersucht. Sie schickten 55 Freiwillige auf einen zweiminütigen Adrenalitrip, der 62 Meter über dem Erdboden begann und bei dem die Studienteilnehmer mit bis zu 120 km/h über die Achterbahn rasten. Während der Fahrt überwachten die Forscher kontinuierlich Herz und Blutdruck.

Achterbahn im Six Flags Park (New Jersey): Dramatisch erhöhte Herzfrequenzen
AFP

Achterbahn im Six Flags Park (New Jersey): Dramatisch erhöhte Herzfrequenzen

Wie kaum anders zu erwarten war, stieg die Herzfrequenz der sämtlich gesunden Teilnehmer zum Teil dramatisch an. Bei einigen beobachteten das Team von Jürgen Kuschyk jedoch unregelmäßige Herzschläge. Bei einer Person sei es sogar zu einer Herzrhythmusstörung gekommen, berichtete Kuschyk bei einem Treffen der American Heart Association. Diese sei aber von selbst wieder verschwunden.

Ursache sei der emotionale Stress. Laut Kuschyk sind die beobachteten Effekte für Gesunde nicht gefährlich - sie könnten jedoch für Menschen mit vorherigen Herzerkrankungen ein Risiko darstellen. "Personen, die einen Herzinfarkt hatten, sollten nicht Achterbahn fahren", sagte Kuschyk laut einem Bericht auf BBC Online. Die gestiegene Herzfrequenz könne bei Menschen mit Herzerkrankungen zu einem Infarkt, Rhythmusstörungen und möglicherweise zum Herztod führen.



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