Riskante Operation Ärzte trennen Baby zweiten Kopf ab

In einem 13-stündigen Operationsmarathon wollen Ärzte einen Säugling von einen angewachsenen zweiten Kopf befreien. Der Eingriff, der als Weltpremiere gilt, ist riskant: Die beiden Schädel teilen sich mehrere Arterien.

Ein Team aus 18 Ärzten und Assistenten unter Leitung des US-Neurochirurgen Jorge Lazareff nimmt die schwierige Operation vor, die heute Mittag deutscher Zeit beginnen sollte. Sie ist den Medizinern zufolge die erste ihrer Art: Noch nie sei versucht worden, einen Menschen von einem "parasitären Kopf" zu befreien. Rebeca Martinez aus der Dominikanischen Republik ist erst der achte Mensch weltweit, bei dem die seltene Missbildung namens Craniopagus Parasiticus dokumentiert wurde.

Der obere Kopf verfügt über ein Gehirn, Augen, Ohren und Mund, die aber jeweils nur zum Teil entwickelt sind. Der Eingriff ist nicht ohne Risiko, wie die Mediziner mitteilten: Die beiden Köpfe teilen sich mehrere Arterien. Sollte die Trennung erfolgreich verlaufen, soll der Schädel des sieben Wochen alten Mädchens mit einem Knochstück aus einem anderen Körperteil verschlossen werden.

"Der obere Kopf wächst schneller als der untere", sagte Operationsleiter Lazareff vom Mattel Children's Hospital der University of California in Los Angeles. "Wenn wir nicht operieren, wird das Kind im Alter von drei Monaten kaum noch in der Lage sein, seinen Kopf zu heben." Zudem würde der Druck des zweiten Schädels die Entwicklung des Gehirns blockieren. Nach Auskunft der Ärzte werde Rebeca nach einer erfolgreichen Operation keine langfristige Behandlung brauchen und könne sich wie ein normales Kind entwickeln.

Zwillinge kommen am Kopf zusammengewachsen auf die Welt, wenn ein Embryo sich erst teilt, um eineiige Zwillinge hervorzubringen und dann seine Entwicklung einstellt, so dass die Föten vereint bleiben. Statistisch kommt das nur einmal bei 2,5 Millionen Geburten vor.

"Parasitäre Zwillinge" wie Rebeca sind noch seltener als Siamesische Zwillinge. Wenn einer von zwei Embryos sein Wachstum einstellt, kann er als kleinerer, nur teilweise entwickelter Zwilling am Körper des anderen weiterleben. Rebeca ist der weltweit achte dokumentierte Fall eines Craniopagus Parasiticus, sagte Santiago Hazim, medizinischer Direktpr des Center for Orthopedic Specialties im US-Staat Pennsylvania. In den sieben vorherigen Fällen sei der Tod schon vor der Geburt eingetreten.

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