Roboter Schwimmen mit Froschschenkeln

Franzosen schätzen Froschschenkel als Delikatesse. Amerikaner sind praktischer veranlagt: Sie bringen damit Robotern das Schwimmen bei.



Animation: Der biomechanische Fisch in Aktion


London - Eine Forschergruppe des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat einen Roboterfisch konstruiert, der sich mit den Muskeln eines Frosches im Wasser bewegen kann. Das Experiment soll unter anderem helfen, eines Tages für behinderte Menschen Prothesen mit echten Muskeln zu entwickeln, berichtet die britische Fachzeitschrift "New Scientist" in ihrer aktuellen Ausgabe.

Mit Froschmuskeln betriebener Roboterfisch: Stromstöße und Glukose
MIT Artificial Intelligence Laboratory

Mit Froschmuskeln betriebener Roboterfisch: Stromstöße und Glukose

Um dem Roboter zum Schwimmen zu bringen, nähte das Team um den Bioingenieur Hugh Herr am hinteren Ende des Gefährts Froschmuskeln an, die mit Stromstößen angeregt werden. So angetrieben kann der zwölf Zentimeter lange biomechanische Fisch durch eine Glukoselösung paddeln, die die Muskeln mit Energie versorgt.

Damit sich der Prototyp auch in normalem Wasser bewegen kann, soll der Roboterfisch mit einem kleinen Magen ausstattet werden, der die Muskeln über ein System feiner Kanäle mit Glukose versorgt. Herr, der selbst Unterschenkelprothesen tragen muss, will mit der Methode die Voraussetzungen für die Entwicklung biomechanischer Gliedmaßen schaffen.

Finanziert wird das Projekt der MIT-Wissenschaftler von der militärischen Forschungsbehörde Darpa, die sich noch ganz andere Anwendungen verspricht. Mit muskelbetriebenen Anzügen, so spekulierte der "New Scientist", könnten Soldaten künftig womöglich schneller laufen, höher springen und mehr Waffen tragen.



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