Römische Kosmetik Archäologen öffnen antike Cremedose

In London haben Ausgräber einen spektakulären Fund gemacht: eine römische Kosmetikdose. In der 2000 Jahre alten Creme sind, wie Forscher beim Öffnen feststellten, sogar noch Fingerspuren erhalten.

Eine in London entdeckte römische Dose lässt die ferne Vergangenheit ungewöhnliche nah erscheinen: Auf den ersten Blick sieht die darin enthaltene Creme aus, als wäre sie gestern das letzte Mal benutzt worden. Tatsächlich ist die weiße Substanz zwei Jahrtausende alt.

Archäologen hatten das verschlossene Gefäß in den Überresten eines antiken Tempels im heutigen Stadtteil Southwark gefunden. Als eine Konservatorin des Museum of London die faustgroße, zylinderförmige Zinndose am Montag öffnete, strömte ihr ein "schwefeliger" und "käsiger" Geruch entgegen.

In dem halb vollen Behältnis sind sogar noch die Fingerspuren der Person zu erkennen, die zuletzt Creme daraus schabte. Bei der römischen Kosmetik könnte es sich Experten zufolge um Gesichtscreme oder weiße Schminke handeln - näheren Aufschluss soll eine chemische Analyse erbringen.

"Wir bewegen uns hier auf absolutem Neuland", kommentierte der Kurator des Museums, Francis Grew, die Entdeckung. Der Fachmann zeigte sich begeistert von der Verarbeitung der Dose und dem guten Erhaltungszustand des Inhalts. "Dieser Fund ist von großer Bedeutung."

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