Spektakulärer Fund Wie kommen römische Münzen nach Japan?

Archäologen haben in einer japanischen Burgruine Münzen aus der Römerzeit ausgegraben. Nur durch Zufall erkannten sie den Sensationsfund. Jetzt rätseln sie, wie die Münzen nach Fernost gelangt sind.
Entdeckte römische Münze

Entdeckte römische Münze

Foto: imago/ Kyodo News

Toshio Tsukamoto ist genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Eigentlich will der Forscher in der japanischen Burgruine Katsuren Samurai-Rüstungen untersuchen. Doch zwischen den Artefakten entdeckt er vier römische Münzen, jahrhundertealt - ein Sensationsfund. Er erkennt sie nur, weil er bereits bei Ausgrabungen in Italien und Ägypten gearbeitet hat, wo römische Münzen zuhauf vorkommen.

In Japan sind die Artefakte dagegen einzigartig, wie das Bildungsministerium in Uruma am Montag mitteilte. Der japanische Archäologe Toshio Tsukamoto hielt den Fund anfangs sogar für einen Scherz: "Ich habe zuerst gedacht, dass es sich um Nachbildungen handelt, die Touristen dort zurückgelassen haben", sagte er gegenüber CNN .

Konstantin der Große in Japan

Die römischen Münzen gehören in die Zeit zwischen 300 und 400 nach Christus. Ihre Oberflächen sind so stark abgeschliffen, dass die Prägung kaum noch zu erkennen ist. Das spricht dafür, dass die Münzen lange in Gebrauch waren, bevor sie in japanischer Erde landeten. Erst eine Analyse mithilfe von Röntgenstrahlen konnte die ursprüngliche Oberfläche rekonstruieren und ein Geheimnis der Münzen lüften: Sie zeigen vermutlich Konstantin den Großen und einen Soldaten mit Speer.

Konstantin der Große herrschte von 306 bis 337 über das Römische Imperium. Die japanische Burg Katsuren auf Okinawa wurde aber erst im 12. Jahrhundert gebaut. Welchen Weg die Münzen in den Jahrhunderten dazwischen nahmen, bleibt unklar. Am Wahrscheinlichsten ist, dass sie über weitverzweigte Handelsrouten zwischen Asien und Europa in die Region gelangten. Es ist bekannt, dass die Burg Katsuren vor allem im 14. und 15. Jahrhundert enge Handelsbeziehungen nach China und Südostasien unterhielt.

Dafür sprechen auch weitere Funde aus der Burgruine. Die römischen Münzen sind nicht die einzigen Exoten - es wurden noch sechs weitere historische Münzen entdeckt. Eine datiert in das 17. Jahrhundert und stammt aus dem Osmanischen Reich. Für das Bildungsministerium ist klar: "Es handelt sich um wertvolles, historisches Material, das eine Verbindung zwischen Okinawa und der westlichen Welt nahe legt." Es sei nun die Aufgabe von Archäologen, die jahrhundertealte Geschichte der Münzen aufzuklären.

koe
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