Rom Skelett ist älter als die Ewige Stadt

Archäologen haben in einer antiken Nekropole in Rom das gut erhaltene Skelett einer jungen Frau entdeckt. Die Überraschung: Die Knochen sind rund 3000 Jahre alt - und damit älter als Rom selbst.


Rom - Die Frau war zum Zeitpunkt ihres Todes etwa 30 Jahre alt, erklärte Anna De Santis vom Ausgrabungsteam, das die Gebeine unter dem Forum des Caesar gefunden hatte, einem Abschnitt im Forum Romanum unweit des Kolosseums.

In der Nähe des etwa 1,60 Meter großen Skeletts haben die Forscher auch eine Halskette aus Bernstein sowie vier Fibeln gefunden. Zwei der Klammern dienten offenbar dazu, das Leichentuch zu halten. Die wertvollen Beigaben deuteten darauf hin, dass die Tote eine wichtige Persönlichkeit gewesen sei. Nach ausgiebiger Untersuchung sollen die Gebeine in einem Museum gezeigt werden.

Es handelt sich um die erste Ausgrabung in der 3000 Jahre alten Totenstadt, die Anfang dieses Jahres unter dem Forum Romanum entdeckt wurde. Damals hatten die Archäologen bereits eine Urne gefunden, die außer der Asche eines Menschen auch Knochen enthielt, die anscheinend von einem Schaf stammten. Den Forschern zufolge beweist der Fund des Skeletts, dass vor 3000 Jahren ein Wandel der Totenrituale stattfand - von Verbrennungen zu Erdbestattungen.

Die Gräber der Nekropole wurden auf die Zeit um 1000 vor Christus datiert. Damit sind sie älter als die Stadt Rom, die der Legende zufolge 753 vor Christus von den Zwillingsbrüdern Romulus und Remus gegründet worden ist. Nach Meinung der Experten war die Totenstadt den Gebeinen hochgestellter Persönlichkeiten wie Kriegern und Priestern vorbehalten. Sie hätten die Stämme und Clans angeführt, die in kleinen Dörfern auf den Hügeln lebten, auf denen später Rom entstand.

mbe/AP



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