Rückflug Atlantis-Crew sagt Lebewohl

Die dreiköpfige Besatzung der Internationalen Raumstation ist wieder allein im All. Mit 380 Kilogramm Müll an Bord haben sich die Kollegen von der Atlantis auf den Heimweg gemacht.




Washington - Nach elf Tagen im All wird die Atlantis mit den fünf Astronauten an Bord am Sonntag auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida zurückerwartet. Die Raumfähre hatte bei ihrem erfolgreichen Ausflug das 1,4 Milliarden Dollar teure Forschungslabor "Destiny" zur ISS transportiert.

Neuer Arbeitsplatz für die ISS-Besatzung: Weltraumlabor "Destiny"
DPA

Neuer Arbeitsplatz für die ISS-Besatzung: Weltraumlabor "Destiny"

Für die ISS-Besatzung um Kommandant Bill Shepherd war es schon das zweite Mal, dass sie einer Shuttle-Crew Lebewohl sagen mussten. "Das Schwierige daran ist, die Besatzungen wieder wegfliegen zu sehen, ohne genug Zeit zum Kennenlernen gehabt zu haben", sagte Shepherd gerührt.

Die Atlantis-Astronauten hatten am Dienstag mit dem 100. Außeneinsatz seit 1965 ein Kapitel amerikanischer Raumfahrtgeschichte geschrieben. Tom Jones und Robert Curbeam verbrachten bei drei Ausstiegen insgesamt knapp 20 Stunden im All. Dabei hatten die beiden das Forschungsmodul an der Außenwand der ISS angebracht und die Rettung eines Verunglückten im Weltraum geprobt.

Am Donnerstag mussten die Besatzungen noch einmal hart arbeiten und den Rest der Versorgungsgüter in die ISS schaffen. Insgesamt lieferte die Atlantis 1350 Kilogramm Ausrüstung: Nahrungsmittel und Wasser, Ersatzteile, einen Reservecomputer sowie Kleidung und DVDs. Im Gegenzug nahm die Raumfähre 380 Kilogramm Müll wie zum Beispiel leere Lebensmittelverpackungen und gebrauchte Batterien mit zur Erde.

Für die amerikanisch-russische Langzeitbesatzung in der ISS bringt die "Destiny" viele Verbesserungen. Shepherd und die russischen Kosmonauten Jurij Gidsenko und Sergej Krikaljow verfügen damit über einen vierten Raum, und die modernen Computer an Bord ermöglichen eine bessere Kommunikation mit der Nasa-Bodenstation. Das Trio wohnt seit Anfang November in dem 60 Milliarden Dollar teuren Domizil.

Die Raumstation ist ein Gemeinschaftsprojekt von 16 Nationen, darunter auch Deutschland. Sie soll die alte Raumstation Mir ersetzen. Deren kontrollierter Absturz in die Erdatmosphäre ist zwischen dem 13. und 18. März geplant. Der 15 Jahre alte und 140 Tonnen schwere Koloss soll großenteils in der Atmosphäre verglühen, bevor er in den Pazifik stürzt.

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