Ruinenfund Unbekannter Teil der Chinesischen Mauer entdeckt

Die Große Mauer in China war einst länger als angenommen: Archäologen haben Ruinen eines bislang unbekannten Abschnitts des Bollwerks entdeckt - manche der Steine waren in Häusern verbaut.

Chinesische Mauer bei Dandong: Länger als gedacht
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Chinesische Mauer bei Dandong: Länger als gedacht


Peking - Archäologen haben Ruinen von einem bisher unbekannten Teil der Chinesischen Mauer entdeckt. Die Steine, die einst zu dem weltweit bekannten Bauwerk gehörten, seien in einer bergigen Region in der nordostchinesischen Provinz Liaoning gefunden worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag unter Berufung auf die Behörden. Vorfahren der Einheimischen im dortigen Bezirk Suizhong hätten die Steine, die früher einmal Teil der Chinesischen Mauer gewesen waren, teilweise zum Bau ihrer Häuser benutzt.

Die Große Mauer wurde vor mehr als 2000 Jahren zum Schutz gegen feindliche Truppen errichtet. Während der Ming-Dynastie von 1368 bis 1644 wurde sie wieder aufgebaut und erweitert, um das chinesische Kaiserreich vor einfallenden Stämmen aus dem Norden zu schützen. In dieser Zeit wurde auch der jetzt entdeckte Abschnitt in Liaoning gebaut. Heute ist das Bauwerk teilweise in einem schlechten Zustand, große Teile mussten Straßen und anderen Neubauten weichen.

Erst vor zwei Jahren hatten Wissenschaftler festgestellt, dass die Große Mauer um 2551 Kilometer länger ist als angenommen worden war. Allein der gut erhaltene und in der Ming-Dynastie erbaute Teil der Mauer misst 8851 Kilometer. Die Forscher der Ämter für Kartografie und Denkmalschutz hatten Navigationssysteme, Infrarot-Messgeräte und andere neue Technologie eingesetzt, um den exakten Verlauf der Mauer zu ermitteln. Das Bollwerk besteht demnach aus 6259 Kilometern Mauer, 359 Kilometern Gräben und 2232 Kilometern anderen natürlichen Verteidigungsbarrieren wie Hügeln und Flüssen.

Die Untersuchung zeigte aber auch, dass das von der Unesco als Weltkulturerbe geführte Bauwerk an vielen Stellen von Verfall und Zerstörung bedroht ist. Dabei wird es von einem außergewöhnlichen Baustoff stabilisiert, wie jüngst eine weitere Studie zeigte - ein Lebensmittel verleiht der Konstruktionen Stabilität: Die chinesischen Baumeister mischten klebrigen Reis in den Mörtel. Das Ergebnis überzeugt Forscher noch heute. Sie wollen das Rezept auch in Zukunft anwenden.

boj/AFP



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gapun 09.05.2011
1. Ich kann nicht Rechnen?!
Wenn alleine die Mauer der Ming-Dynastie 8851 Kilometer lang ist, wie im Bericht beschrieben, dann habe ich ein Problem damit das die Gesamtlänge sich wie folgt zusammensetzt: 6259 km Mauer 359 km Gräben 2232 km Natur Denn damit währe ein Teil der Mauer um einen Kilometer länger als die gesamte Befestigungsanlage?!
avollmer 09.05.2011
2. Subraumfaltung
Zitat von gapunWenn alleine die Mauer der Ming-Dynastie 8851 Kilometer lang ist, wie im Bericht beschrieben, dann habe ich ein Problem damit das die Gesamtlänge sich wie folgt zusammensetzt: 6259 km Mauer 359 km Gräben 2232 km Natur Denn damit währe ein Teil der Mauer um einen Kilometer länger als die gesamte Befestigungsanlage?!
Da zeigt sich wie fortgeschritten die chinesische Kultur der Ming-Dynastie war, ähnlich wie eine blaue Telefonzelle aus einer BBC-Serie, ist doch die Chinesische Mauer auf der Außenseite länger als auf der Innenseite. Asymmetrische Bauweise gepaart mit extremen Krümmungsradien können auch zu diesem Effekt führen. Ist an manchen Stellen der Krümmungsradius gleich der Breite der Mauer schrumpft an diesen Stellen die Innenlänge auf Null. Bei noch größeren Radien ist an dieser Stelle die Innenlänge negativ, die Mauer faltet sich in sich selbst. Dann gibt es noch die temporale Komponente, wechselte doch der Standort der Mauer an manchen Stellen von Epoche zu Epoche, womit es in der Rückschau an bestimmten Grenzabschnitten die Mauer mehrfach gab. Zur Restaurierung werden manche Mauerabschnitte komplett neu errichtet, es gibt einige sehenswerte neugebaute Turm- und Toranlagen, diese müsste man doppelt zählen handelt es sich doch um zwei unterschiedliche Mauern, die zwar am gleichen Ort, aber zu unterschiedlichen Zeiten existieren.
alaunemad 09.05.2011
3. .
Das "Bauwerk" oder "Bollwerk", die "Große Mauer" oder "Chinesische Mauer" besteht aus einem 6259km gemauerten Teil, 359 Kilometern Gräben und 2232 Kilometern anderen natürlichen Verteidigungsbarrieren wie Hügeln und Flüssen. Zusammen sind das je nach Rundung etwa 8850 oder 8851km. Was versteht man da nicht?
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