Satellitenbild der Woche Wurzeln für Milliarden

Ginseng spielt eine wichtige Rolle in der traditionellen Medizin in China und Korea. In der Wildnis lassen sich nicht genug Pflanzen finden, also werden sie angebaut - wichtig dabei ist ein Trick.
Ginseng wächst unter Plastik

Ginseng wächst unter Plastik

Foto: NASA/ Joshua Stevvens

Besonders beeindruckend sehen die Pflanzen nicht unbedingt aus. Fachleute wissen, dass sie zur Familie der Araliengewächse gehören, wie übrigens auch der Efeu. Das eigentlich interessante am Ginseng liegt nicht über, sondern unter der Erde. Hier sprießen die Wurzeln, die seit Jahrhunderten wichtiger Bestandteil der traditionellen Medizin in China und Korea sind - und längst auch darüber hinaus viele Anhänger haben.

Es gibt sie als Medikament oder als Zusatz zu allen möglichen Nahrungsmitteln. Ginsengpräparate sind ein Milliardenmarkt. Sie sollen unter anderem dem Immunsystem helfen. Etwa bei Erkältungen ist diese Wirkung allerdings zweifelhaft. Manche Krebskranke wiederum hoffen auf Abhilfe bei Erschöpfung infolge von Chemotherapien. Auch diese Wirkung ist bislang jedoch nicht gut belegt .

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Foto: Joshua Stevens/ NASA

Wichtigster Ginsengproduzent weltweit ist China. Vor allem in den Provinzen Jilan und Heilongjiang wird die Pflanze angebaut - mit in freier Natur gesammelten Exemplaren lässt sich die Nachfrage nicht im Ansatz decken. Industrielle Landwirtschaft setzt auch, das sollte Nutzern der vermeintlich heilsamen Pflanzen klar sein, gern auf Pestizide.

Anbau unter Planen

Das Bild oben stammt vom US-Satelliten "Landsat 8". Es ist entstanden im September dieses Jahres und zeigt Anbauflächen nordwestlich der Stadt Tieli in Heilongjiang. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als handle es sich um eine Falschfarbenaufnahme. Aber dieser Eindruck täuscht.

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In der betreffenden Region im Nordosten Chinas sind riesige Plastikplanen in Lila oder Gelb über die Felder gespannt. Diese sollen die Pflanzen darunter vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Denn die mag der Ginseng nicht.

Neben China zählen Südkorea, Kanada und die USA zu den wichtigsten Ginsengproduzenten der Welt. Auch in Deutschland wird die Pflanzen auf kleinen Flächen angebaut. Interessant an den chinesischen Ginsengfarmen ist übrigens, dass dort besonders gern eigentlich aus Amerika stammende Ginseng-Varianten angebaut werden - denn deren Wirkstoffgehalt soll höher liegen als bei den einheimischen Pflanzen.

chs
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