Schaumwein Alte Römer sollen Champagner erfunden haben

Die Nachricht könnte manchen Franzosen schäumen lassen vor Wut: Eine italienische Forscherin behauptet, der Champagner sei gar nicht in Frankreich erfunden worden. Vielmehr hätten schon die alten Römer Schaumwein geschlürft.


Königlicher Genuss: Eine eigens für die Hochzeit von Prinz Charles und Lady Di hergestellte Dom-Perignon- Sonderausgabe
DPA

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Florenz - Für Franzosen ist der edle Schaumwein aus der Champagne nahezu ein Teil der nationalen Identität - und unverbrüchlich verbunden mit dem Namen Dom Perignon. Der französische Mönch soll das heute als "Méthode Traditionelle" bekannte Verfahren zur Champagner-Herstellung - normaler Wein wird ein zweites Mal vergoren - um das Jahr 1700 erfunden haben.

Eine italienische Forscherin aber erfrecht sich jetzt, die von Franzosen sicher geglaubte Erkenntnis anzuzweifeln. Die Champagnerflasche wurde keineswegs in Frankreich erfunden, sagte Carlotta Cianferoni, Leiterin der toskanischen Archäologiebehörde.

Bei einem Kongress über "Wein und Öl als Grundlagen der antiken Küche" überraschte die Forscherin ihr Publikum mit der These, dass die Idee zum Transport sprudelnder Weine in speziellen Amphoren aus dem antiken Rom stamme. Damals seien bereits Behälter mit langen, engen Hälsen und einem von Schnüren befestigten Korkverschluss verwendet worden, um eine Explosion des Schaumweins zu verhindern.

Die Franzosen hätten die Methoden der alten Römer später lediglich perfektioniert, erklärte Cianferoni in Florenz. "Diese Theorie wird unseren Cousins jenseits der Alpen sicherlich nicht gefallen", kommentierten italienische Medien.



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