Schiffsgräber der Wikinger Bootsfahrt ins Jenseits

In Schiffsgräbern ließen die Wikinger ihre Toten zur letzten Reise - am Ziel erwarteten die Nordmänner aber alles andere als ein Paradies. SPIEGEL GESCHICHTE erzählt, wie sie in voller Bewaffnung ins Jenseits gingen. Nicht selten mussten die Diener ihren Herren in den Tod folgen.

AKG

Nach dem Tod, das war den Wikingern klar, konnte kein Gefallener auf paradiesische Zustände hoffen. Auf dem Weg ins Jenseits, nach Walhall, würde es erst mal so weitergehen wie zu Lebzeiten. Und das Leben war kein Zuckerschlecken.

Vor der Christianisierung des Nordens wurden die Toten deshalb oft ähnlich gut bewaffnet wie die Lebenden. Männergräber ähnelten Rüstkammern: Neben Schwertern, Lanzen, Messern, Pfeilspitzen und Zaumzeug wurden bei Ausgrabungen auch Skelette von Pferden gefunden. Die Toten, so nahm man an, mussten vor den Göttern Rechenschaft ablegen und möglicherweise an ihrer Seite weiterkämpfen. In Einzelfällen wurden sogar Dienerinnen mit geopfert und beigesetzt. Herrscher und andere angesehene Personen ließen einen Grabhügel aufschütten. Weit verbreitet war die Vorstellung von einem im Norden liegenden Totenreich, genannt Hel, über das die gleichnamige Göttin herrschte.

Geradezu sinnbildlich erscheint die Bootsfahrt ins Jenseits. Wer die Mittel hatte, ließ sein Grab mit Steinen in Bootsform umfassen - oder sich gleich in einem Boot bestatten. Im Sommer 1903 stieß der norwegische Bauer Knut Rom in einem Hügel auf seinem Hof Lille Oseberg nahe dem Oslofjord auf Holzreste eines Schiffes. Ein gutes Jahr später hatten Archäologen den reichsten Grabfund aus der Wikinger-Zeit freigelegt, das sogenannte Oseberg-Schiff. Es steht inzwischen im Museum in Oslo.

Reich bestückte Gräber belegen die hohe gesellschaftliche Stellung

Das 21,5 Meter lange und gut 5 Meter breite Gefährt aus Eiche war um 820 gebaut worden - und schon 834 vergrub man das Schiff in Oseberg. Es war für mindestens 30 Ruderer ausgelegt, ließ sich aber auch segeln. Aufgrund der niedrigen Bauweise dürften längere Reisen über See im Oseberg-Schiff aber kaum möglich gewesen sein. Es diente wohl als Luxusyacht für Fahrten in seichten Gewässern. Hinter dem etwa neun Meter hohen Mast befand sich eine Grabkammer, worin die Archäologen die Überreste zweier Frauen fanden. Die Ältere war circa 80 Jahre alt geworden, die Jüngere 25 bis 30 Jahre - möglicherweise musste hier eine Dienerin ihrer Herrin ins Grab folgen.

Wissenschaftler glaubten lange, auf das Grab der Königsgemahlin Asa aus der Dynastie der Ynglinger gestoßen zu sein. Inzwischen jedoch vermuten Forscher, dass es sich bei der älteren Toten um eine Priesterin handelt, deren Vorfahren aus dem weit entfernten Schwarzmeer-Raum stammten.

Ihr Grab jedenfalls war reich bestückt, wodurch ihre hohe gesellschaftliche Stellung belegt wird. Neben importierter Seide, vermutlich aus Byzanz oder dem Nahen Osten, fanden sich ein Wagen, vier reichverzierte Schlitten und mit Reiseproviant gefüllte Truhen und Tröge. Und ähnlich wie bei den Schiffsgräbern von Gokstad und Tune blieben auch hier die Toten nicht unter sich: Für die Reise der beiden Frauen wurden etliche Tiere geopfert: Skelette von 15 Pferden, 4 Hunden und 2 Ochsen sind im Grab gefunden worden.

Das Leben der Toten - ob nun in Walhall oder Hel - schien mühsam. Doch zu fürchten brauchten sie sich mit dieser Ausstattung nicht.



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Ursprung 29.12.2010
1. glaubhafte Wikingerstories
Eine detaillierte Beschreibung von Wikinger-Bestattungen per Schiff findet man in Michael Crichton`s "Eaters of the Dead" bzw. in der deutschen Uebersetzung "Schwarze Nebel". Soll in Anlehnung an Originalschriften entstanden sein, die zwar nur fragmentarisch vorhanden sind. Doch die Fragmente scheinen glaubwuerdig zu sein, weil Angaben daraus zu archaelogisch erfolgreichen Funden aus der Winkingerbluetezeit gefuehrt haben sollen.
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