Schlechtes Wetter Discovery-Crew macht Überstunden

Die Jubiläumsmission der Shuttle-Flotte steht weiterhin unter keinem guten Stern. Hatte sich zunächst der Start mehrfach verschoben, erscheint jetzt eine Landung unmöglich.




Cape Canaveral - Ungünstige Wetterprognosen in Florida und Kalifornien könnten auch den für Montagabend geplanten zweiten Landeversuch der US-Raumfähre Discovery gefährden. Starke Seitenwinde hatten bereits am Sonntag eine Landung in Cape Canaveral unmöglich gemacht und der siebenköpfigen Besatzung des 100. Shuttle-Flugs einen zusätzlichen Tag im All beschert.

Extratag im All: Die Crew der Discovery
DPA

Extratag im All: Die Crew der Discovery

Für Montag sieht der Wetterbericht sogar noch ungünstiger aus. Die Nasa erwartet starke Winde in Florida sowie Regen und Wolken über der Edwards Air Force Base in Kalifornien, die als Ausweichlandebahn in Betracht kommt. Für Kalifornien sagen die Meteorologen allerdings - im Gegensatz zu Cape Canaveral - in den kommenden Stunden eine leichte Wetterbesserung voraus.

Windböen sollen laut Wetterbericht am Montag mit Geschwindigkeiten bis zu 50 Stundenkilometern über die Landebahn des Kennedy Space Centers fegen - die Obergrenze für eine sichere Landung wurde von der Nasa mit maximal 24 Stundenkilometern festgelegt. "Wir werden die Fähre wohl in Edwards landen müssen", so die Auskunft der Bodenkontrolle in Cape Canaveral.

Eine Möglichkeit, die die Nasa-Manager nur ungern nutzen: Eine Landung in Edwards verursacht Mehrkosten von 750.000 Dollar (rund 1,7 Millionen Mark), da der Shuttle auf dem Rücken eines Jumbo-Jets zum Weltraumzentrum in Florida transportiert werden muss. Auch dauert der Rücktransport mindestens eine Woche, so dass sich der für Februar geplante nächste Flug der Discovery zur Internationalen Raumstation verzögern könnte. Zuletzt musste 1996 ein Orbiter auf dem Luftwaffenstützpunkt in Edwards landen.

Der Treibstoff der Discovery reicht nach Angaben der Nasa noch bis Mittwoch. Die siebenköpfige Crew, die bei vier anstrengenden Weltraumspaziergängen die Raumstation für die erste permanente Crew hergerichtet hat, erholt sich derweil von den Strapazen der Außeneinsätze. Die meiste Zeit hätten die Astronauten, so die Weltraumbehörde, zuletzt vor dem Computer verbracht - um mit ihren Familien zu kommunizieren.

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