Schweinegrippe Dritter Todesfall in den USA

Ein herzkranker Mann unter 40 ist im Norden der Vereinigten Staaten am neuen Grippevirus H1N1 gestorben. Die Behörden wissen nicht genau, wo er sich angesteckt hat und gehen davon aus, dass das Virus in den Gemeinden weit verbreitet ist.

Washington/Seattle - Am 30. April wurde er krank, eine Woche später starb er - an Komplikationen in Folge einer Schweinegrippeinfektion. Das bestätigten Gesundheitsbehörden im US-Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA am Samstagabend (Ortszeit, neun Stunden früher als in Deutschland), nachdem die Ergebnisse der Autopsie vorlagen.

Abgesehen vom Alter (zwischen 30 und 40) und der Information über eine Herzerkrankung des Opfers machten die Behörden keine weiteren Angaben, zum Beispiel wie oder wo sich der Mann mit dem Schweinegrippevirus H1N1 infiziert haben könnte. Die Zeitung " Seattle Times " zitiert Gary Goldbaum, den verantwortlichen Mediziner im Snohomish County: "Wir haben noch keine Risikofaktoren in diesem Fall entdeckt. Wir glauben, dass das Virus nun weit verbreitet in unseren Gemeinden ist. Er könnte sich hier angesteckt haben."

Bisher waren in den USA zwei Menschen im Bundesstaat Texas an der Schweinegrippe gestorben, in Mexiko sind es bereits 48. Die US-Gesundheitsbehörde CDC gibt die Zahl der Infizierten in den Vereinigten Staaten mit mehr als 2200 Fällen an. In Mexiko hatten sich mehr als 1600 Menschen mit dem Virus infiziert.

Die Gesundheitsministerin des US-Bundesstaats Washington, Mary Selecky, sagte, die Annahme, dass die Bedrohung durch die Schweinegrippe zurückgehe, habe sich nun als falsch erwiesen. Sie forderte die Menschen auf, angemessene Vorsicht walten zu lassen.

Dazu zähle, dass Waschen der Hände, sich beim Husten und Niesen die Hand vors Gesicht zu halten und zu Hause zu bleiben, falls man Grippesymptome zeige. Im Bundesstaat Washington gibt es insgesamt 101 Fälle von Schweinegrippe.

In Costa Rica forderte die Epidemie am Samstag ein erstes Todesopfer. Kanada meldete einen ersten Todesfall. Allerdings habe die Frau schon vorher chronische Gesundheitsprobleme gehabt, erläuterte die Gesundheitsbehörde der Provinz Alberta. Insgesamt wurden 281 Fälle von Schweinegrippe in Kanada bestätigt. In Deutschland sind weiterhin elf Fälle bestätigt.

In Japan gibt es inzwischen eine vierte bestätigte Erkrankung, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntagmorgen berichtete. Ein Lehrer und zwei Schüler, die auf einer Reise in Kanada gewesen und über die USA zurückgeflogen seien, seien infiziert, teilte die Regierung mit.

Der vierte Erkrankte, ebenfalls ein Student, sei zusammen mit den drei anderen in dem Flugzeug aus den USA gekommen. 48 Passagiere und Besatzungsmitglieder des Fluges seien in der Nähe des Flughafen Narita in Quarantäne genommen worden, hieß es weiter.

Das Schweinegrippe-Virus

lis/dpa/rtr
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