Schweinegrippe-Verdacht Deutsche Touristin stirbt in Thailand

Fieber und Grippesymptome: Eine 65-Jährige Deutsche, die in einem Krankenhaus in Thailand gestorben ist, könnte an der Schweinegrippe erkrankt gewesen sein. Die Behörden des Landes sind alarmiert und warten nun auf die Laborbefunde.

Bangkok - Die Frau sei am 12. Mai mit ihrem Partner nach Thailand eingereist, erklärte Suühan Srithamma, die Sprecherin des thailändischen Gesundheitsministeriums. Wenige Tage später habe die Touristin grippeähnliche Symptome gezeigt. In der Nacht zum Dienstag sei die Frau dann verstorben, als sie vom südlichen Küstenort Hua Hin in ein Krankenhaus der Hauptstadt Bangkok gebracht werden sollte.

Thermoscanner in Bangkoker Krankenhaus: Grippeähnliche Symptome

Thermoscanner in Bangkoker Krankenhaus: Grippeähnliche Symptome

Foto: DPA

Die Frau habe seit Samstag unter Beobachtung gestanden, erklärten die Behörden. Der Ehemann und ein mitreisendes Kind hätten keine Grippesymptome gezeigt. Bei einem vorläufigen Test am Institut für forensische Medizin in Bangkok sei bei der Frau das H1N1-Virus nachgewiesen worden, erklärten die thailändischen Behörden. Für eine endgültige Bestätigung wolle man aber noch weitere Untersuchungen anstellen. Die Ergebnisse werden am Mittwoch erwartet.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt unterdessen davor, dass sich das H1N1-Virus in Japan besonders schnell verbreitet. Innerhalb weniger Tage steckten sich in dem Land 135 Menschen mit der neuen Grippe an. Die Krankheit wurde möglicherweise von Schülern von einer Klassenreise in Kanada eingeschleppt.

WHO sieht "allen Grund", eine Mutation zu fürchten

Die Welt müsse mit einer Pandemie rechnen, sagte WHO-Chefin Margaret Chan. Es gebe "allen Grund", eine gefährliche Mutation des Virus zu befürchten, warnte Chan zu Beginn der WHO-Jahrestagung in Genf. Die Organisation hat bislang in 40 Ländern Grippefälle bestätigt. In New York starb erstmals ein Patient an der Krankheit. Die USA und Mexiko haben die höchste Zahl an Infektionen. Nach Angaben der WHO vom Sonntag sind inzwischen mehr als 70 Menschen an der Krankheit gestorben. Nach der Türkei, Indien und Malaysia meldeten auch Chile und Griechenland die ersten Infektionen. In Deutschland wurden nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts zwölf Krankheitsfälle registriert.

Die WHO hat sich einstweilen dagegen entschieden, den Schweinegrippe-Alarm von Stufe 5 auf die höchste Stufe 6 heraufzusetzen. Die Aufgabe der Organisation, die Öffentlichkeit so schnell wie nötig zu warnen und so weit wie möglich zu beruhigen, sei ein "schwieriger Balanceakt", sagte Chan. Sie verschob die weitreichende Entscheidung, die Produktion herkömmlicher Grippeimpfstoffe zu stoppen, um Kapazitäten für die Herstellung eines Schweinegrippe-Impfstoffs zu schaffen.

Voraussetzung für die Feststellung von Pandemie-Alarmstufe sechs, also der weltweiten Ausbreitung einer Infektionskrankheit, ist es, dass das Virus in mindestens ein Land einer zweiten Region gewandert ist und zudem regelmäßig von Mensch zu Mensch übertragen wird. Bei Ausrufung der höchsten Alarmstufe würden die Notfallpläne für die Gesundheitssysteme auf allen Ebenen in Kraft treten. In Deutschland sieht der Pandemieplan die zusätzliche Bereitstellung von medizinischem Personal und die Bestellung antiviraler Medikamente für etwa 20 Prozent der Bevölkerung vor.

Das Schweinegrippe-Virus

chs/AFP/Reuters/dpa
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