Schweiz Archäologische Schätze in Millionenwert beschlagnahmt

Die italienische Polizei hat in Basel archäologische Schätze im Rekordwert von knapp 50 Millionen Euro beschlagnahmen lassen. Die Kunstobjekte stammen aus illegalen Grabungen und wurden auch nach Deutschland verkauft.

REUTERS

Bei der Aushebung eines italienisch-schweizerischen Schmugglerrings sind mehr als 5000 archäologische Fundstücke aus Italien mit einem Rekordwert von rund 45 Millionen Euro beschlagnahmt worden. Der italienische Kulturminister Dario Franceschini sprach von der "bisher größten Entdeckung" geraubter archäologischer Funde.

Es handelt sich demnach um 5361 Objekte, darunter Vasen, Schmuck, Fresken und Bronzestatuen, aus der Zeit vom achten Jahrhundert vor Christus bis zum dritten Jahrhundert nach Christus. Sie seien bei illegalen Grabungen in Italien zusammengerafft worden, so der Minister. Die Polizei teilte mit, die Fundstücke seien mit gefälschten Echtheitszertifikaten in alle Welt verkauft worden - unter anderem nach Deutschland, Großbritannien, die USA und Japan.

Hinter den illegalen Grabungen steckt offenbar ein professionelles Schmugglernetzwerk aus der Schweiz und Italien. Entdeckt wurde das Raubgut in mehreren Lagerhallen in Basel im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den italienischen Kunsthändler Gianfranco Becchina und seine schweizerische Frau. Becchina besitzt eine Kunstgalerie in der Schweiz. Das Ehepaar wurde festgenommen. Die italienischen Behörden sagten zu, die beschlagnahmten Stücke öffentlich auszustellen.

jme/afp



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