Seuchenschutz Schweinegrippe-Impfstoff soll ab Juli erhältlich sein

Die Markteinführung des ersten Impfstoffs, der speziell vor der Schweinegrippe schützen soll, steht offenbar kurz bevor. Der US-Pharmakonzern Baxter will nach eigenen Angaben bereits im Juli mit dem Verkauf des Medikaments beginnen.

Washington/Berlin - Die Produktion eines Impfstoffs gegen das Schweinegrippe-Virus A/H1N1 habe begonnen, teilte der US-Pharmahersteller Baxter am Dienstag mit. "Im Laufe des Monats Juli" werde die Arznei verfügbar sein. Baxter hatte bereits Anfang Mai vom US-Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention, einem Referenzlabor der Weltgesundheitsorganisation WHO, den Stamm eines sogenannten Wildvirus erhalten und mit Tests begonnen.

Grippeimpfung (auf den Philippinen): Im Juli soll erstmals ein spezifischer Impfstoff zum Schutz gegen das A/H1N1-Virus auf dem Markt kommen

Grippeimpfung (auf den Philippinen): Im Juli soll erstmals ein spezifischer Impfstoff zum Schutz gegen das A/H1N1-Virus auf dem Markt kommen

Foto: ERIK DE CASTRO/ REUTERS

Mehrere nationale Gesundheitsbehörden hätten mit Baxter Vereinbarungen getroffen, um H1N1-Impfstoffe zu bestellen, hieß es in der Erklärung. Auch die Europäische Arzneimittelagentur Emea habe dem Unternehmen bereits eine Genehmigung zur Herstellung eines Modell-Impfstoffs des Prototyps Celvapan erteilt. Das erleichtere das Genehmigungs-, Entwicklungs- und Produktionsverfahren für den neuen Impfstoff.

Über die nationalen Vereinbarungen hinaus will Baxter nach eigenem Bekunden in Kooperation mit der WHO einen Teil seiner Produktionskapazitäten nutzen, um weltweit auf "besonders dringliche Probleme der öffentlichen Gesundheit" reagieren zu können. An der Produktion des Schweinegrippe-Impfstoffs arbeiten weltweit mehrere Pharmahersteller.

Schneller Anstieg der Infektionen in Deutschland

Unterdessen greift die Seuche weiter um sich - auch in Deutschland, wo jetzt 23 weitere Fälle bestätigt wurden. Die Mehrheit davon gehöre zu den zwei bereits bekannten Ausbrüchen in Düsseldorf und Köln, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstag in Berlin mit. Damit erhöhte sich die Zahl der bestätigten Infektionen auf 195, von denen sich 107 innerhalb Deutschlands angesteckt hätten.

Das RKI verwies angesichts dieses Zuwachses auf die steigende Bedeutung von Hygiene wie Händewaschen. Besonders bei Kontakten zu vielen Menschen wie in Schulen sollte dies berücksichtigt werden. Es sei bekannt, dass sich die Influenza unter Kindern und Jugendlichen besonders rasch ausbreiten kann.

Auch weltweit breitet sich die Schweinegrippe weiter aus. Nach Angaben der WHO meldeten bis Montag 76 Länder fast 36.000 Fälle. Bislang forderte das A/H1N1-Virus 163 Todesopfer. Die WHO hatte die Seuche in der vergangenen Woche zur Pandemie erklärt.

Das Schweinegrippe-Virus

mbe/AFP/ddp
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