Siamesische Zwillinge Ärzte in Singapur wagen neue Trennung

Zwei Wochen nach dem Tod der siamesischen Zwillinge Ladan und Laleh Bijani will es das Team um den Neurochirurgen Keith Goh noch einmal wissen. Erneut wollen sie jetzt ein Zwillingspaar trennen. Diesmal sind es zwei vier Monate alte Mädchen aus Südkorea.


Singapur/Neu Delhi - Schon am Dienstag soll die Operation Fernsehberichten zufolge an der Singapurer Raffles-Klinik stattfinden. Die Trennung der vier Monate alten Mädchen aus Südkorea werde voraussichtlich acht bis zehn Stunden dauern, meldete der Singapurer Sender Channel News Asia. Die Schwestern sind am unteren Teil des Rückgrates zusammengewachsen.

An dem Eingriff werde auch der Singapurer Neurochirurg Keith Goh beteiligt sein, hieß es weiter. Goh hatte auch die Operation an den aus Iran stammenden, erwachsenen siamesischen Zwillinge Ladan und Laleh geleitet. Die an den Köpfen zusammengewachsenen Frauen waren nach einem mehr als 50-stündigen Eingriff im Raffles-Krankenhaus an hohem Blutverlust bei der Trennung ihrer Gehirne gestorben. Der Tod der 29 Jahre alten Schwestern hatte weltweit Bestürzung ausgelöst.

"Ich wünsche nur, dass sie getrennt werden und in der Lage sein werden, zu laufen", sagte der Vater der Mädchen, Min Seung-joon, 34, nach Angaben der Webseite von Channel News Asia. Die Ärzte hätten den Schwestern mit Namen Min Sa-rang und Ji hye eine Überlebenschance von mehr als 85 Prozent eingeräumt. Manche Organe im Unterleib lägen bei den beiden allerdings sehr dicht beieinander, hieß es weiter.

Medienberichten zufolge waren die Eltern der Mädchen im vorigen Monat mit Hilfe einer christlichen Gruppe nach Singapur gekommen. In ihrer Heimat in Südkorea laufe derzeit eine Spendenaktion, um die Kosten der Operation in Höhe von rund 25.000 Euro zusammenzubekommen.



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