Sicherheitsmängel Aufsichtsbehörde schließt französische Atomanlage

Nach dem Uran-Zwischenfall in Südfrankreich hat die Atomaufsicht angeordnet, dass der betroffene Betrieb vorerst nicht weiterarbeiten darf. Die Sicherheitsmaßnahmen der Betreiberfirma seien ungenügend, hieß es.


Lyon - Die Arbeit der Anlage zur Reinigung von verstrahltem Material auf dem Kraftwerksgelände von Tricastin müsse bis auf weiteres eingestellt werden, erklärte die Atomsicherheitsbehörde ASN. Untersuchungen hätten ergeben, dass die nach dem Unfall von der Firma Socatri getroffenen Sicherheitsmaßnahmen "nicht vollständig zufriedenstellend" seien.

Atomanlage Tricastin: "Unregelmäßigkeiten" bei der Beachtung der Vorschriften
AP

Atomanlage Tricastin: "Unregelmäßigkeiten" bei der Beachtung der Vorschriften

Aus der Anlage der Tochter des Atomkonzerns Areva waren Anfang der Woche 6,25 Kubikmeter radioaktive Flüssigkeit ausgetreten und zum Teil in umliegende Flussläufe gelangt. Die Inspektion des Betriebes habe ergeben, dass es zum Zeitpunkt des Unfalls "Unregelmäßigkeiten" bei der Beachtung der Vorschriften gegeben haben, erklärte die Atomaufsicht. Verhaltensregeln seien nicht beachtet worden, außerdem seien die Behörden nicht schnell genug informiert worden.

Socatri hatte den Unfall am vergangenen Dienstagmorgen gemeldet und erst am Dienstagmittag Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung empfohlen. Ein Kessel zur Uranbehandlung war übergelaufen und aus dem rissigen Auffangbecken war Flüssigkeit mit 224 Kilogramm Uran ausgelaufen, von denen 74 Kilogramm in die Gewässer gelangten. Bereits 2007 hatte die Atomaufsicht Socatri wegen überhöhter Strahlung und Lecks in der Kanalisation zur Ordnung gerufen.

chs/AFP/dpa



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