Simulierte Stadt Zweites Bonn entsteht im Computer

Mit großer Detailtreue basteln Fraunhofer-Forscher an einem virtuellen Bonn, das die Verkehrslage in der alten Hauptstadt nachbildet. Die Simulation soll helfen, Staus noch vor ihrer Entstehung zu bekämpfen.


Verkehrssimulation City Traffic: Stadt der Doppelgänger
Fraunhofer-Gesellschaft

Verkehrssimulation City Traffic: Stadt der Doppelgänger

Bald wird die alte Bundeshauptstadt ein Doppelleben führen: Ein zweites Bonn mitsamt den Einwohnern entsteht gerade im Computer. Das ganze Verkehrsnetz ist darin aufgebaut als Simulation, und zu Hunderttausenden wimmeln künstliche Bonner durch die Straßen. Sie überholen und biegen ab, sie bremsen vor roten Ampeln und stauen sich.

Die Datenbürger sind selbständige kleine Programme, die sich nach schlichten, aber realistischen Regeln durch das Getümmel kämpfen. Das ist die Simulation City-Traffic; sie wurde entwickelt vom Fraunhofer-Institut AIS in St. Augustin. Die Stadt der Doppelgänger spielt das reale Verkehrsgeschehen in Bonn nach: Sensoren an den Ampelkreuzungen melden dem Rechner rund um die Uhr die Fahrzeugdichte.

Mit dem Modell lässt sich dann hochrechnen, wie die Lage jeweils in 20 Minuten sein wird ­ genug Zeit für die Verkehrsleitzentrale, um einem Stau zu wehren, bevor er entsteht. Und der mobile Bürger erfährt jederzeit im Internet, ob er gerade mit Bus und Bahn schneller ans Ziel käme als mit dem Auto. Verkehrsplaner wiederum können mit der Simulation durchspielen, wie sich eine Baustelle auswirkt oder eine neue Ampelschaltung. Das System soll binnen drei Jahren in Bonn eingeführt werden.



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