Waldbrände in Indonesien Behörden rufen Smog-Notstand aus

Rauchschwaden verpesten die Luft, Tausende Menschen werden wegen Atembeschwerden behandelt: In Indonesien haben die Behörden den Smog-Notstand ausgerufen. Der Grund sind zahlreiche Brände, die auch absichtlich gelegt wurden.

AFP

In Teilen Chinas können die Menschen wieder aufatmen, dafür herrscht nun in Indonesien Smogalarm. Verheerende Waldbrände haben die Insel in einen dicken Dunst gehüllt und die Schadstoffkonzentrationen in der Luft in die Höhe getrieben. Wegen des Smogs mussten bereits Flüge abgesagt werden. Außerdem melden die Behörden vermehrt Fälle von Atemwegsbeschwerden in der Bevölkerung. Nun haben sie in Teilen der Provinz Riau den Notstand ausgerufen. Er gilt für sieben der zwölf Bezirke der Provinz.

Schuld an den seit Wochen andauernden Feuern ist zum einen das trockene Wetter. Einige der Brände sind mutmaßlich aber auch das Werk von Plantagenbesitzern, die ihr Land mittels Brandrodung wieder nutzbar machen wollen. 26 Menschen hat die indonesische Polizei am Donnerstag wegen des Verdachts der Brandstiftung festgenommen.

Unter den Einwohnern teilen die Behörden Atemschutzmasken aus. Es gilt zudem die dringende Empfehlung, das Haus möglichst nicht zu verlassen und alle Fenster geschlossen zu halten. Der Chef der Gesundheitsbehörde in Riau, Zainal Arifin, bezeichnete die Situation gegenüber der Presse als beunruhigend: "Wir haben einen starken Anstieg der gemeldeten Fälle von Atemwegsleiden beobachtet, von 5000 im Januar auf jetzt 22.000."

Auch die Nachbarländer sind betroffen

In Indonesien kommt es während der jährlichen Trockenperiode oft zu Waldbränden. Die Rauchwolken beeinträchtigen auch die Nachbarländer Malaysia, Singapur und Thailand.

In anderen asiatischen Ländern ist Smog ebenfalls ein zunehmendes Problem: Erst vor einer Woche wurde in Peking Smogalarm der zweithöchsten Stufe "Orange" ausgerufen - zum ersten Mal überhaupt. Zwar haben Wind und leichter Regen den giftigen Dunst inzwischen wieder vertrieben. Dennoch wurde an einigen anderen Orten Chinas weiter eine hohe Luftverschmutzung gemessen. Chinesische Forscher gehen davon aus, dass der Smog ihrem Land Ernteausfälle bescheren wird.

Auch in Indien erreichen die Feinstaubwerte immer wieder dramatische Ausmaße. Ende Januar etwa war der Smog in Neu-Delhi schlimmer als in Peking. Aufgrund der vielen Abgase wurden dort meist deutlich mehr als 400 Mikrogramm Feinstaub pro 1000 Liter Luft gemessen, mehr das 20fache der zulässigen Konzentration.

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Luftverschmutzung: Dreckluft aus fossilen Brennstoffen

dal/Reuters/dpa



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