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16. August 2018, 09:17 Uhr

Noch schnell abstimmen

EU-Umfrage zur Zeitumstellung endet

Die Zeitumstellung ist ein hoch emotionales Thema. Deswegen befragt die EU gerade ihre Bürger, was sie von der Sommerzeit halten. Wer mitmachen will, sollte sich beeilen.

Europäer haben noch bis Donnerstagabend Zeit, an einer EU-weiten Umfrage zum Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit teilzunehmen. In Deutschland und 16 weiteren EU-Ländern läuftdie Online-Umfrage der EU-Kommission zur Zeitumstellung, die auf riesiges Interesse gestoßen war, um 23 Uhr aus. In elf Staaten endet die Umfragefrist - je nach Zeitzone - eine Stunde davor oder danach.

Unter anderem werden die Teilnehmer gefragt, welche Erfahrungen sie mit dem Wechsel von Winter- auf Sommerzeit gemacht haben, und ob sie für eine Abschaffung der Zeitumstellung sind.

Die Brüsseler Behörde hatte die Befragung Anfang Juli gestartet. Allein in den ersten drei Tagen wurden einem Sprecher zufolge mehr als 500.000 Online-Fragebögen ausgefüllt. Nach der Hälfte der Zeit waren mehr als eine Million Antworten eingegangen. Zeitweise waren die Server vom Ansturm überlastet.

Kein Referendum

Die EU-Kommission prüft derzeit Forderungen nach einer Abschaffung der umstrittenen Zeitumstellung. Die Behörde betont jedoch, die Umfrage sei nur ein Teil der Bewertung - und kein Referendum. Sollte die Kommission zu dem Schluss kommen, dass die Zeitumstellung abgeschafft werden sollte, könnte sie einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vorlegen. Dem müssten Europaparlament und EU-Staaten allerdings noch zustimmen.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Europäischen Volkspartei im Europaparlament, Peter Liese (CDU), erwartet bei der Online-Umfrage eine große Mehrheit für die Abschaffung. "Die erhoffte Energieeinsparung ist nicht eingetreten, und viele Menschen leiden unter der Zeitumstellung", so Liese. Das Parlament hatte die Kommission aufgefordert, die Regelungen zur Zeitumstellung zu prüfen und gegebenenfalls abzuschaffen.

In Deutschland gibt es die Sommerzeit seit 1980, seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktobersonntag wieder eine Stunde zurück.

Der Nutzen der Maßnahme ist umstritten. Laut Umweltbundesamt knipsen die Deutschen wegen der Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends weniger häufig das Licht an - im Frühjahr und Herbst jedoch wird morgens dafür mehr geheizt. Außerdem sehen Mediziner Gesundheitsrisiken für empfindsame Menschen. Viele klagen darüber, dass ihnen eine Stunde Schlaf fehlt. (Allerdings gibt es auch Fans der Zeitumstellung, lesen Sie hier zehn Gründe für die Sommerzeit.)

chs/dpa

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