Sony-Patent Kinofilme sollen riechen und schmecken

Filme und Videospiele sollen künftig nicht nur zu sehen und zu hören, sondern auch zu riechen, zu schmecken und sogar zu fühlen sein. Ultraschall-Impulse könnten die Sinneseindrücke im Gehirn auslösen. Sony soll die Technik bereits zum Patent angemeldet haben.

Es wäre der Schritt in ein neues Zeitalter der elektronischen Unterhaltung. An messerscharfe Bilder und realitätsnahen Surround-Ton hat sich der moderne Medienkonsument bereits gewöhnt, ganz anders aber wäre es, wenn man einen Kinofilm auch riechen, schmecken und fühlen könnte.

Ein neuartiges System könnte das eines Tages mit Hilfe von Ultraschall-Impulsen schaffen. Die Schallsignale verändern im Gehirn die Aktivitätsmuster in bestimmten Bereichen und lösen damit Empfindungen aus, die von bewegten Bildern über Klänge bis hin zu Geschmack oder Geruch reichen, berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist". Auf diese Weise könnten sogar blinde oder taube Menschen Kino und Computer völlig neu erleben.

Der Technikriese Sony hat die Technologie dem Bericht zufolge bereits zum Patent angemeldet. Über die Details halte sich der Konzern allerdings noch bedeckt.

Der Neurowissenschaftler Niels Birbaumer von der Universität Tübingen hält das Konzept durchaus für plausibel. In der Tat hat es eine wissenschaftliche Grundlage: So ist es dem Forscher Richard Mihran von der University of Colorado gelungen, die Erregbarkeit der Nerven im Bein eines Frosches per Ultraschall zu beeinflussen. Der Forscher äußerte allerdings Bedenken, ob die Methode auf lange Sicht sicher sei.

Wenn das neuartige System tatsächlich funktioniert, wäre ein Einsatz der Technik auch in Forschung und Medizin denkbar - selbst wenn sie sich für die Unterhaltungsindustrie als ungeeignet erweisen sollte. Bislang ist das System jedoch reine Spekulation. "Es gab noch kein einziges Experiment", erklärt Elizabeth Boukis, Pressesprecherin von Sony Electronics, gegenüber "New Scientist". "Dieses spezielle Patent ist eine rein hypothetische Erfindung. Sie beruht allein auf einer Eingebung, dass dies eines Tages die Richtung sein könnte, in die die Technologie uns führen wird."

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