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01. Februar 2001, 10:55 Uhr

Speiseplan der Farne

Arsen zum Dessert

Wenn die Sanierung mit Arsen verseuchter Böden ansteht, kann künftig auf natürliche Mittel zurückgegriffen werden: Ein Farn soll das tödliche Spurenelement aus kontaminierter Erde ziehen.

Giftige Ernährung: Bestimmte Farne können hohe Mengen an Arsenverbindungen aufnehmen
AP

Giftige Ernährung: Bestimmte Farne können hohe Mengen an Arsenverbindungen aufnehmen

London - Der natürliche Bodensanierer nehme anorganische Arsenverbindungen aus verseuchtem Erdreich auf und speichere die Gifte in den Blättern, schreiben US-Forscher im britischen Fachblatt "Nature" vom Donnerstag. Die Arsenkonzentration in den Blättern des Saumfarns Pteris vittata sei dann 200 Mal so hoch wie im Boden. Lena Ma und Mitarbeiter der University of Florida in Gainesville entdeckten den Farn auf einem verseuchten Areal in Zentral-Florida.

Eine derart große Speicherfähigkeit ist nach Angaben der Wissenschaftler bislang noch bei keiner Pflanze festgestellt worden. Zudem stelle der Saumfarn eine ausdauernde und schnellwüchsige Pflanze dar, die sogar an sonnigen Stellen gedeiht - eine für Farne ungewöhnliche Eigenschaft. All das mache, so die Wissenschaftler, den grünen Bodendecker zu einem idealen Sanierer verseuchter Erde.

Arsen findet sich beispielsweise im Untergrund alter Erzhütten oder Rüstungsfirmen. Durch den Regen können die krebserregenden Stoffe oftmals ins Grundwasser gelangen und eine Gefahr für Menschen darstellen. In manchen Regionen der Erde, beispielsweise in Bangladesch, kommt Arsen sogar von Natur aus im Boden vor.

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