Rohstoff-Ansprüche China baut weitere Insel im Südchinesischen Meer

China treibt seine Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer voran: Satellitenbilder zeigen, dass Peking in den Gewässern um die Spratly-Inseln ein weiteres künstliches Eiland angelegt hat.
Satellitenbilder vom 31. März und 7. August: China hat an den Gaven-Riffen eine künstliche Insel errichtet

Satellitenbilder vom 31. März und 7. August: China hat an den Gaven-Riffen eine künstliche Insel errichtet

Foto: CNES 2014/ Distribution Airbus DS/ Spot Image/ IHS: 1569428

Hamburg - Der Streit zwischen China und Vietnam um Rohstoffe im Südchinesischen Meer droht erneut zu eskalieren. China hat nach einer ersten nun eine zweite künstliche Insel in der Region angelegt. Wie der Militär-Nachrichtendienst "Jane's" berichtet, zeigen Satellitenbilder eine neue Struktur an den Gaven-Riffen, die in Vietnam als Dá Ga Ven und Dá Lac, in China als Nanxun Jiao und Xinan Jiao und auf den Philippinen als Burgos-Riff bezeichnet werden.

China hatte zuvor bereits eine Betonplattform an der Westseite des Riffs errichtet, die mit Flugabwehr- und Schiffskanonen sowie Kommunikationssystemen ausgestattet gewesen sei. Neuere Satellitenbilder von Airbus Defence and Space zeigten nun, dass die Chinesen einen Kanal mitten in die Rifflandschaft getrieben und mit diesem Material eine künstliche Insel angelegt haben.

Das rechteckige Eiland messe 300 mal 250 Meter. Zusammen mit der Landzunge, die zum Kanal führt, seien rund 114.000 Quadratmeter Neuland entstanden. Außerdem ist sichtbar, dass eine Betonmauer die Insel umgibt - genauso wie bei der künstlichen Insel am Johnson-Riff, die China im Mai angelegt hat. Anfang September hatte bereits die BBC ausführlich über Chinas Insel-Bauarbeiten  berichtet. Die Satellitenbilder bestätigen nun die Vorgänge an den Gaven-Riffen.

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Südchinesisches Meer: Peking lässt künstliche Insel aufschütten

Foto: DPA/ DFA

China und Vietnam streiten seit Jahrzehnten um Inseln im Südchinesischen Meer. China beansprucht fast das gesamte Seegebiet, auf dessen Grund große Rohstoffvorkommen vermutet werden. Doch auch andere südostasiatische Länder, neben Vietnam vor allem die Philippinen, erheben Ansprüche. Bei dem Inselkonflikt geht es um nationale Gefühle, um Sicherheit von Schifffahrtsstraßen - und um viel Geld. Wer die Paracel- und Spratly-Inseln beherrscht, kontrolliert die wichtige Passage zwischen westlichem Pazifik und Indischem Ozean.

Im Mai war es in Vietnam zu antichinesischen Krawallen gekommen, nachdem Peking eine Tiefseebohrplattform vor die Paracel-Inselgruppe verlegt hatte, die sich vor der Küste Vietnams befindet. Mehrere Menschen wurden teils schwer verletzt, Chinas Regierung ließ Tausende Landsleute aus Vietnam in Sicherheit bringen.

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