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20. Oktober 2004, 10:20 Uhr

Statistik

Partnerschaft beeinflusst Baby-Geschlecht

Die familiären Verhältnisse können offenbar das Geschlecht von Babys beeinflussen. Eine statistische Untersuchung in den USA ergab, dass zusammenlebende Paare mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Jungen bekommen als getrennt lebende Eltern.

Kleinkind: Familiäre Verhältnisse können das Geschlecht des Nachwuchses beeinflussen
DDP

Kleinkind: Familiäre Verhältnisse können das Geschlecht des Nachwuchses beeinflussen

In den vergangenen Jahren hat sich das Verhältnis der Geburten von Jungen und Mädchen in den Industrienationen deutlich verändert: Es werden immer weniger Jungen geboren. Einige Gründe wurden bereits ausfindig gemacht. So gelten eine schlechte Versorgung oder Untergewicht der Mutter, emotionaler oder physischer Stress sowie der Einfluss verschiedener Chemikalien als Faktoren, die das Geschlechterverhältnis zugunsten von Mädchen beeinflussen.

Einer statistischen Studie der US-Ökonomin Karen Norberg hat jetzt ergeben, dass auch die familiären Verhältnisse eine Rolle spielen könnten. Norberg verglich das Geschlechterverhältnis der Babys und die Lebenssituation der Eltern bei 86.436 Geburten in mehr als 61.000 Familien. Dabei fand sie einen kleinen, aber deutlichen Unterschied zwischen Familien, bei denen sich beide Eltern um die Kinder gekümmert hatten und Paaren, bei denen nur ein Elternteil die Betreuung übernommen hatte.

Besonders ausgeprägt war der Unterschied bei Elternteilen mit mehreren Kindern, die bei der Empfängnis in unterschiedlichen Familienverhältnissen gelebt hatten: Eine stabile Partnerschaft erhöhte die Wahrscheinlichkeit für einen Sohn um 14 Prozent, schreibt Norberg in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences" (Online-Vorabveröffentlichung). Damit sei erstmals gezeigt worden, dass familiäre Verhältnisse einen Einfluss auf das Geschlecht der Nachkommen haben können.

Mögliche Gründe für diesen Unterschied könnten nach Ansicht von Norberg eine Veränderung im hormonellen Zustand oder auch die im Durchschnitt häufigeren sexuellen Kontakte in einer Partnerschaft sein. Solche Veränderungen seien möglicherweise ein Signal dafür, dass zur Betreuung des Nachwuchses ein Vater zur Verfügung stehe und daher männliche Kinder, deren Aufzucht aus Sicht der Evolution aufwändiger sei, mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich groß gezogen werden können. Die steigende Anzahl Alleinerziehender in den Industrienationen könne demnach die Ursache dafür sein, dass die Zahl der neugeborenen Jungen in den vergangenen Jahren gesunken sei.

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