Sternenkunde Bisher kleinster Jupitermond entdeckt

"Der König der Planeten hat ein neues Mitglied an seinem Hof" verkündeten amerikanische Astronomen am Wochenende. Nach 20 Jahren wurde ein weiterer Jupitermond entdeckt - er heißt S/1999 J1.


Jupiter und seine Monde: (v.o.n.u.) Io, Europa, Ganimed und Callisto. Vom neuen Familienmitglied gibt´s leider noch kein vernünftiges Bild.
DLR

Jupiter und seine Monde: (v.o.n.u.) Io, Europa, Ganimed und Callisto. Vom neuen Familienmitglied gibt´s leider noch kein vernünftiges Bild.

Tucson/Massachusetts - Wie die Forscher der Universität von Arizona in Tucson und das Zentrum für kleine Planeten (Minor Planet Center, MPC) in Massachusetts am Wochenende mitteilten, gehört der Himmelskörper zu der Gruppe der äußeren Monde, die den größten Planeten unseres Sonnensystems einmal in zwei Jahren in einem Durchschnittsabstand von rund 24 Millionen Kilometern umkreisen. Bestätigt sich die Entdeckung des Mondes, wäre dies der 17. Jupitertrabant und mit einem Durchmesser von 4,8 Kilometern der kleinste.

"Es ist aufregend, wenn man erkennt, dass man der erste Mensch ist, der seine Augen auf etwas richtet, das zuvor noch niemand gesehen hat", erzählte der Entdecker Jeff Larsen am Samstag einer lokalen Zeitung. Er hatte den Trabanten zum ersten Mal im Oktober 1999 beobachtet. Das Interesse der Astronomen wurde von der Entdeckung des 18. Uranus-Mondes im vergangenen Jahr angestachelt.

Bislang trägt die neue Entdeckung noch die Bezeichnung S/1999 J1, einen Namen erhält der Mond erst, wenn seine Existenz durch weitere Beobachtungen bestätigt wird. Den letzten äußeren Jupitermond erspähte 1974 Charles Kowal und taufte ihn Leda. Fünf Jahre später bewies die US-Sonde "Voyager" die Existenz der drei inneren Jupitermonde Adrastea, Metis und Thebe.



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