Sternschnuppen Leuchtender Regen für Frühaufsteher

Sterngucker könnten in den kommenden Nächten durchaus auf ihre Kosten kommen. Tausende von Sternschnuppen werden über der Erde niedergehen. Bester Standort: Torfhaus im Harz.


Der Sternschnuppenregen kehrt jedes Jahr wieder
AP

Der Sternschnuppenregen kehrt jedes Jahr wieder

Uelzen - Am Samstagmorgen gegen 4.45 Uhr könnte womöglich ein wahrer Schauer an Sternschnuppen zu sehen sein, berichtete die Vereinigung der Sternfreunde im niedersächsischen Uelzen. "Das ist aber nicht ganz sicher, weil die Teilchenwolken die Erde nicht genau treffen, sondern ein paar Millionen Kilometer an ihr vorbeiziehen", sagte Sprecher Jost Jahn.

Andere Experten hatten darauf hingewiesen, dass das Schauspiel auch bereits in den frühen Morgenstunden des Freitag zu sehen sein könnte - gute Wetterbedingungen vorausgesetzt. Ursache ist ein Leonidenstrom des Kometen "Tempel-Tuttle". Auf seiner Bahn um die Sonne stößt er zentimetergroße Körner aus.

Die Körnchen treten dann mit einer Geschwindigkeit von rund 70 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein und verglühen als Sternschnuppe. Die Prognose werde dadurch beeinträchtigt, dass die Erde nur die Außenbereiche des Kometenschweifs kreuze, sagte Jahn. Niemand wisse, wie dicht die Teilchen dort verstreut sind.

Jahn rechnet damit, dass die Schnuppen vor Samstag lediglich am Tag auftreten. Sichtbar sind sie jedoch nur bei Dunkelheit. Das Vergnügen kann darüber hinaus durch Wolken oder Nebel getrübt werden. "Man könnte nach Torfhaus in den Harz fahren; da ist man garantiert über dem Nebel", riet Jahn. Er habe in den vergangenen 20 Jahren nur eine für die wiederkehrenden Sternschnuppen ausreichend klare Nacht erlebt. Auch der Mond könne das Schauspiel überstrahlen. "Er steht genau da, wo die Schnuppen herkommen, nämlich im Löwen", erklärte Jahn.

Die Erde kreuzt jedes Jahr die Bahn der Staubwolken, die bereits 1733 und 1866 vom Kometen abgeschieden wurden. "Theoretiker sagen voraus, dass 2001 sehr viele Schnuppen zu sehen sein werden, aber leider nur im pazifischen Raum", sagte Jahn. Für Menschen ist eine niedergehende Schnuppe nicht gefährlich. Satelliten könnten jedoch beschädigt werden. "Die Schnuppen verglühen in 20 Kilometern Höhe in der oberen Erdatmosphäre, aber im Weltall prallen sie auf Satelliten", erklärte das Sternenfreunde-Mitglied.



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