Süße Meteoriten Stammt der Zucker aus dem All?

Auch der süße Grundstoff des Lebens könnte die Erde aus dem Weltraum erreicht haben: In Meteoriten haben Forscher einen einfachen Zucker und verwandte organische Verbindungen entdeckt.

Auch manche Meteoriten haben eine süße Note: In zwei der außerirdischen Felsstücken haben Nasa-Wissenschaftler einen Zuckerstoff nachgewiesen. Zudem spürten die Forscher eine Vielzahl ähnlicher Substanzen auf, die in der irdischen Biochemie eine wichtige Rolle spielen. Die Entdeckung lässt vermuten, dass für die Entstehung des Lebens wichtige Zuckerstoffe einst vom Himmel auf die Erde herabgeregnet sein könnten.

Die Forscher um George Cooper vom Ames Research Center der US-Raumfahrtbehörde hatten die Substanzen in zwei prominenten Einschlagsobjekten entdeckt: dem Murchison-Meteoriten, der 1969 in Australien gefunden worden war, und dem Murray-Meteoriten, der 1950 vom Himmel fiel. Beide sind besonders kohlenstoffreiche Meteoriten, in denen früher bereits mehrere organische Verbindungen wie etwa Aminosäuren entdeckt worden waren. Dass auch Zucker zu den Inhaltsstoffen zählt, ließ sich zuvor jedoch nicht nachweisen.

Wie die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature" berichten, stießen sie bei der neuen Analyse auf den einfachen Zucker Dihydroxyaceton sowie auf eine Reihe so genannter Polyole, die eine wichtige Bedeutung für alle bekannten Lebewesen haben. Eine dieser Substanzen, das Glycerin, wird zum Beispiel von Zellen zum Aufbau ihrer Membran genutzt. Außerdem fanden Cooper und seine Kollegen vorläufige Hinweise auf andere Stoffe, die möglicherweise noch komplexere Zucker enthalten.

Die Studie des Nasa-Teams stützt die Theorie, wonach das Leben auf der Erde durch Schützenhilfe aus dem All entstand. Bis vor 3,8 Milliarden Jahren wurde der Planet von vielen Meteoriten bombardiert, die möglicherweise nicht nur Elemente wie Sauerstoff, Stickstoff oder Schwefel mitbrachten, sondern auch eine große Zahl fertiger organischer Bausteine. Die nun entdeckten Polyole, so spekuliert Cooper, "könnten Verwandte jener Verbindungen sein, welche die Entstehung des irdischen Lebens vorantrieben."

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