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Teotihuacán: Unbekannte Kammern in Pyramide

Foto: HENRY ROMERO/ REUTERS

Mexiko Roboter findet Geheimkammern in Pyramide

Einem Roboter ist im Tempel der Gefiederten Schlange in Mexiko eine spektakuläre Entdeckung gelungen: Am Ende eines Tunnels spürte er drei Geheimkammern auf. Archäologen hoffen nun auf wertvolle Hinweise auf das rituelle Leben in der sagenumwobene Stadt Teotihuacán.

In den weltberühmten Pyramiden von Teotihuacán in der Nähe von Mexiko-Stadt haben Archäologen mindestens drei Geheimkammern entdeckt. Wie das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) mitteilte, drang ein Roboter in das Innere einer Pyramide vor und entdeckte dort die drei bislang unbekannten Räume. Es könne sich um die Grabkammern der einstigen Oberschicht von Teotihuacán handeln.

Der Roboter "Tláloc II-TC" habe auf dem letzten Stück des Tunnels im sogenannten Tempel der Gefiederten Schlange, dem Quetzalcóatl-Tempel, mindestens drei Kammern ausgemacht, berichtet das INAH. Dies gehe über die Erwartungen der Archäologen hinaus, die mit höchstens einer Kammer gerechnet hatten. Falls sich die Räume als Grabkammern erweisen sollten, könnten Teile des rituellen Lebens von Teotihuacán aufgeklärt werden, erläuterte der Archäologe Sergio Gómez.

Das rund 50 Kilometer nordöstlich von Mexiko-Stadt gelegene Teotihuacán war in der prähispanischen Zeit mit bis zu 200.000 Einwohnern eine der größten Städte Mittelamerikas. Der genaue Ursprung der Stadt, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört, ist noch ungeklärt.

Was liegt hinter der Treppe?

Die Azteken, die später bis zum Eintreffen der Spanier dieses Gebiet dominierten, hatten Teotihuacán bereits verlassen vorgefunden. Die Blütezeit der riesigen "Stadt der Götter", die sich über 36 Quadratkilometer ausdehnte und noch heute imposante Pyramiden besitzt, wird auf die Zeit zwischen 300 und 600 nach Christus geschätzt.

Der Roboter "Tláloc II-TC", der unter anderem mit einer Infrarotkamera und einem Gerät ausgestattet ist, das Hindernisse abtransportieren kann, soll demnächst erneut in den Tunnel vordringen. Dann soll es darum gehen, Verschüttungen auf den letzten 30 Metern des Tunnels zur Seite zu räumen. Am Ende der Röhre, die insgesamt etwa 120 Meter lang ist und vor rund 1800 Jahren geschlossen wurde, vermuten die Archäologen eine Treppe, die drei oder vier Meter weiter nach unten führt.

Unter der gewaltigen Sonnenpyramide in Mexiko hatten Archäologen erst unlängst Kunsthandwerk und Knochen aus dem ersten Jahrhundert nach Christus gefunden.

boj/AFP