Thailand Deutsche Touristin starb nicht an Schweinegrippe

Falscher Verdacht: Eine in Thailand verstorbene deutsche Urlauberin war doch nicht mit der Schweinegrippe infiziert. Das hatten die thailändischen Behörden zunächst vermutet. Weitere Tests ergaben nun aber eine andere Todesursache.

Bangkok - Die 65-jährige Frau sei an einer Lungenentzündung gestorben, erklärte der thailändische Vizegesundheitsminister Manit Nopamornbodee. Eine Infektion mit dem Virus H1N1 sei ausgeschlossen. Die Rentnerin war am 12. Mai mit ihrem Partner und einer weiteren Person nach Thailand gereist. Wenige Tage später zeigte sie nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums grippeähnliche Symptome. In der Nacht zum Dienstag starb sie dann auf der Fahrt vom Badeort Hua Hin in ein Krankenhaus der Hauptstadt Bangkok.

Zunächst hatten die thailändischen Behörden vermutet, dass sie mit der Schweinegrippe infiziert war. Ein erster Test am Institut für forensische Medizin in Bangkok hatte darauf hingedeutet. Insgesamt hat Thailand bisher zwei Fälle von Schweinegrippe gemeldet. Beide Erkrankten waren zuvor in Mexiko und sind inzwischen wieder gesund. 20 Menschen sind derzeit in vorsorglicher Quarantäne.

Auf internationaler Ebene wollen sich mehrere Staaten bei der Impfstoffproduktion abstimmen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt erklärte, die G-7-Staaten und Mexiko hätten sich bei einer Tagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag verständigt, ihre Strategien zu koordinieren. "Wir können die Verantwortung für unsere Bürger nur wahrnehmen, wenn wir uns international abstimmen", sagte Schmidt.

Das Schweinegrippe-Virus

Ende des Monats werde der sogenannte "Saat-Virus" erwartet. Er ist Voraussetzung für die Produktion eines speziellen Impfstoffs gegen die Seuche, mit der sich weltweit bisher fast zehntausend Menschen infiziert haben. Offiziell muss die WHO eine Empfehlung für die Produktion eines Vakzins abgeben.

US-Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius sagte nach der Sitzung, ihre Regierung habe noch keine Aufträge für H1N1-Impfmittel erteilt. Die Produktion des Impfstoffs für die saisonale Grippe könne wenn nötig aber rasch umfunktioniert werden zur Herstellung eines Impfstoffs zur Bekämpfung einer Grippe-Pandemie.

Jean Stephenne, Top-Manager beim Impfstoffhersteller GlaxoSmithKline, sagte, die WHO habe die Impfstoffhersteller aufgefordert, zunächst weiterhin den saisonalen Grippe-Impfstoff herzustellen. "Es hat keine Bitte zum Stopp gegeben." Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon hatte sich am Dienstag mit Vertretern von insgesamt 30 Impfstoffherstellern getroffen.

chs/AFP/Reuters
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