"Themis"-Kamera Heiße Quellen im Visier

Geradezu als Multitalent soll sich die "Themis"-Kamera der "Odyssey"-Sonde erweisen: Bei Tageslicht sucht sie nach mineralischen Vorkommen, und nachts spürt sie geothermische Aktivitäten auf.

Auch auf dem Mars gelten die fundamentalen Regeln von Thermodynamik und Atomphysik: Während des Tages erhitzt die Sonne die Oberfläche. Die dort vorherrschenden Mineralien senden die Wärmestrahlung zurück in den Weltraum, geben ihr aber eine charakteristische Unterschrift mit.

Genau hier setzt die "Themis"-Kamera ("Thermal Emission Imaging System") an. In neun Spektralbändern, die den infraroten Bereich des Lichtes abdecken, registriert das Objektiv die vom Mars kommende Strahlung. Aus der Verteilung innerhalb des Spektrums, im sichtbaren Bereich würde man von "Farbe" sprechen, lassen sich Rückschlüsse auf die Art der Mineralien schließen - Silikate, Oxide und Phosphate können unter anderem unterschieden werden.

Bereits die "Global Surveyor"-Sonde hatte ein ähnliches Instrument, genannt TES, zum Mars gebracht. Dessen Auflösung war allerdings so gering, dass präzise Aufschlüsse über einzelne Mineralien nur schwer möglich waren.

Auch nachts ist die nach der Griechischen Göttin der Gerechtigkeit benannte Kamera aktiv. Da "Themis" im Infraroten arbeitet, lassen sich mit ihrer Hilfe Wärmeunterschiede auf der Mars-Oberfläche darstellen. Mit dem hochauflösenden Auge können, so hoffen die Nasa-Techniker, heiße Quellen aufgespürt werden, die in etwa die Größe ihrer irdischen Verwandten im Yellowstone-Nationalpark haben.

Darüber hinaus ist "Themis" auch im sichtbaren Bereich des Lichtes alles andere als kurzsichtig: Ein Auflösung von 20 Metern ist wahrscheinlich möglich. Damit soll nicht nur die Lücke zwischen den eher groben Bildern der "Viking"-Sonden und den hoch aufgelösten Fotos von "Global Surveyor" geschlossen werden, die Nasa erhofft sich auch Aufschlüsse über mögliche Landestellen künftiger Missionen.

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