Meeresforschung Tiefsee-Oktopusse haben ein Hautproblem

Die Haut von Oktopussen enthält Hinweise auf den Lebensraum der Tiere: Warzen haben vor allem die Bewohner der Tiefsee. Forscher stehen vor einem Rätsel.

Schrumpelige Haut und Warzen: "Der Grund für den Unterschied bleibt ein Rätsel"
John Weinstein/ Field Museum

Schrumpelige Haut und Warzen: "Der Grund für den Unterschied bleibt ein Rätsel"


Wer wissen will, welchen Platz ein Oktopus im Meer hat, der sollte einen genauen Blick auf die Haut der Tiere werfen.

Einer Studie zufolge sind die Vertreter der Art Graneledone pacifica umso warziger, je tiefer im Meer sie leben. Das berichten Forscher um Janet Voight vom Field Museum in Chicago im "Bulletin of Marine Science".

Das Team hat 50 sehr unterschiedlich aussehende Tiefsee-Oktopusse aus dem Nordpazifik untersucht. Zunächst prüften die Forscher anhand des Erbguts, ob es sich um eine oder verschiedene Arten handelte. Dann erfassten sie die Größe und verglichen die Warzen sowie die Saugnäpfe der Tiere.

Die Oktopusse stammten entweder aus Aquarien und zoologischen Sammlungen oder waren mithilfe bemannter U-Boote nahe der US-Küste in Tiefen von 1116 bis 2850 Metern gefangen worden.

Je tiefer die Tiere leben, desto kleiner sind sie

Das Resultat der Vergleiche: Alle Oktopusse in der Studie hatten trotz des unterschiedlichen Aussehens sehr ähnliches Erbgut und gehörten zur Art Graneledone pacifica. Doch je tiefer die Tiere im Meer gelebt hatten, desto kleiner waren sie, desto weniger Saugnäpfe trugen sie an den Fangarmen und desto warziger waren sie.

Die mit der Tiefe abnehmende Größe führen die Forscher auf das geringere Nahrungsangebot zurück. "Diese Tiere müssen härter arbeiten, um etwas zu fressen zu finden", erläutert Voight. "Und das bedeutet, dass sie am Ende ihres Lebens kleiner sind als andere, die mehr Nahrung haben."

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Auch die Eier jener Tiere, die in extremer Tiefe leben, seien kleiner. Dagegen lasse sich der Unterschied zwischen glatter und warziger Haut biologisch nicht erklären. "Der Grund für diesen Unterschied bleibt ein Rätsel", schreiben Voight und Kollegen.

Tintenfische gehören zu den Kopffüßern. Sie sind mit Schnecken oder Muscheln verwandt. Die Tiere können ihren Körper in nahezu jede beliebige Form bringen. Sie verfügen über ein verhältnismäßig großes Gehirn, das komplexe Aufgaben lösen kann. So gelingt es den Tieren etwa Schraubverschlüsse zu öffnen.

joe/dpa



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