Tierseuche Erster Vogelgrippe-Fall in Spanien

Spanien hat den ersten Fund von H5N1 gemeldet. Das gefährliche Virus wurde bei einem Wildvogel im Norden des Landes gefunden. In Deutschland wurde zugleich eine Verlängerung der Stallpflicht beschlossen.


Madrid/Berlin - Das gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 hat nun auch Spanien erreicht. Es wurde bei einem toten Haubentaucher (Podiceps cristatus) nachgewiesen, der in einem See nahe Vitoria im Norden Spaniens gefunden worden war, erklärte das Agrarministerium in Madrid. Der Erreger sei vom Nationalen Referenzlabor in der spanischen Hauptstadt festgestellt worden. Nach Angaben der Organisation für Tiergesundheit (OIE) in Paris wurde das H5N1-Virus inzwischen in mehr als 50 Ländern nachgewiesen.

Spanische Tierärzte untersuchen eine Ente auf Vogelgrippe (Februar 2006): Erster H5N1-Fall in Spanien
REUTERS

Spanische Tierärzte untersuchen eine Ente auf Vogelgrippe (Februar 2006): Erster H5N1-Fall in Spanien

Die spanischen Gesundheitsbehörden betonten, dass für Menschen kaum eine Gefahr bestehe. Zudem gebe es in der Gegend um den Fundort keine Geflügelbetriebe. Bei dem tot aufgefundenen Haubentaucher handle es sich möglicherweise um einen Einzelfall. Die anderen Vögel der Kolonie in dem Salburua-Feuchtgebiet nahe Vitoria seien nach ersten Erkenntnissen gesund. Der staatliche Hörfunk berichtete, dass der tote Zugvogel bereits vor sechs Wochen gefunden worden sei.

Dennoch haben die Behörden eine Schutzzone von drei Kilometern rund um den Fundort eingerichtet und in der Gegend eine Stallpflicht verhängt. In einem Umkreis von zehn Kilometern gelten ab sofort schärfere Kontrollen.

Stallpflicht in Deutschland bis Februar verlängert

In Deutschland wurde unterdessen eine Verlängerung der Stallpflicht beschlossen. Der Bundesrat stimmte am heutigen Freitag in Berlin dafür, dass Geflügel in Risikogebieten vorerst bis Ende Februar 2007 eingesperrt bleiben muss. Ohne die neue Regelung wäre die Stallpflicht zum 15. August dieses Jahres ausgelaufen. Als Risikogebiete gelten Fundorte infizierter Tiere, Feuchtgebieten und Seen sowie Regionen mit viel Geflügel.

"Eine Verlängerung der Geflügel-Aufstallungsverordnung wird aufgrund der aktuellen Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts als notwendig angesehen", heißt es in einer Vorlage für den Bundesrat. Wegen der gravierenden Auswirkungen dürfe die Stallpflicht aber nicht von Dauer sein. Sie müsse stets überprüft werden, zum Beispiel wieder zum Jahresende. Das Agrarministerium sprach von einer praktikablen Lösung. Zahlreiche Geflügelhalter hatten im Frühjahr gegen die Stallpflicht protestiert und über wirtschaftliche Einbußen wegen des Freilaufverbots der Tiere geklagt.

mbe/dpa/rtr



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