WHO warnt vor Corona-Lockerungen "Wir können nicht davon ausgehen, dass die Ansteckungen niedrig bleiben"

Eine schnelle Rückkehr zur Normalität erhöhe die Chancen eines neuen Ausbruchs innerhalb der ersten Corona-Welle, sagt die Weltgesundheitsorganisation.
Volle Strände in Hamburg zum Vatertag: Bei gutem Wetter treffen sich Menschen in immer größeren Gruppen

Volle Strände in Hamburg zum Vatertag: Bei gutem Wetter treffen sich Menschen in immer größeren Gruppen

Foto:

Bodo Marks/ DPA

Seit zwei Wochen gehen in Ländern wie Deutschland die Neuinfektionen stark zurück. Damit die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt, lockern oder streichen die Regierungen immer mehr Corona-Regeln. Das hält die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für voreilig.

Sie warnt vor einem "sofortigen zweiten Höhepunkt" in Ländern, in denen die Coronavirus-Infektionen derzeit zurückgehen. Das Risiko sei besonders hoch, wenn Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs zu früh aufgegeben werden, teilte die WHO zu Beginn der Woche mit.

"Die Welt befindet sich immer noch mitten in der ersten Welle des Coronavirus-Ausbruchs", sagte WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan in einem Online-Briefing. "Wir können nicht davon ausgehen, dass die Ansteckungen niedrig bleiben, nur weil sie derzeit in einem Abwärtstrend sind", sagte Mike Ryan. "Die Infektionsrate kann jederzeit wieder stark ansteigen", fügte er hinzu.

Video: Wie manche Menschen in den USA Social Distancing aufgeben

DER SPIEGEL

Die Coronakrise verläuft laut WHO derzeit in zwei verschiedenen Phasen: Während in Ländern wie Deutschland die Infektionen zurückgehen, nehmen die Ansteckungen in Mittel- und Südamerika, Südasien und Afrika immer noch stark zu. Die WHO betrachtet vor allem die steigende Zahl der Coronavirus-Infektionen in Südamerika mit Sorge. Der Kontinent sei "zu einem neuen Epizentrum der Krankheit geworden", sagte WHO-Experte Michael Ryan. Dabei sei Brasilien "eindeutig am stärksten betroffen".

In Ländern mit sinkenden Infektionszahlen sind die Gesundheitsbehörden nach dem vergangenen Wochenende alarmiert. In den USA berichtet die "Washington Post" von Poolpartys, Tausenden Zuschauern bei Autorennen und rund 1,5 Millionen Reisenden anlässlich des Feiertages "Memorial Day".

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Auch in Deutschland füllen sich die Restaurants, Einkaufsstraßen und Parks wieder. Einzelne Bundesländer haben zudem weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen angekündigt, darunter Thüringen, das die Maßnahmen so schnell wie möglich ganz aufheben will. 

sug/reuters
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.