Tödliches Virus Ebola-Seuche breitet sich im Kongo aus

Das gefährliche Ebola-Virus ist erneut im Kongo ausgebrochen. Im Südosten des Landes starben nach Behördenangaben bereits mehr als hundert Menschen. Die Krankheit ist hochinfektiös und endet fast immer tödlich.


Kinshasa - Labortests in den USA und Gabun hätten den Erreger der gefährlichen Krankheit nachgewiesen, sagte Kongos Gesundheitsminister Makwenge Kaput am gestrigen Montag. In der betroffenen Region Mweka starben seit Ende August mehr als hundert Menschen an Ebola.

Frau mit Ebola-Symptomen in Hospital südlich von Kinshasa: Schwere innere Blutungen
AP

Frau mit Ebola-Symptomen in Hospital südlich von Kinshasa: Schwere innere Blutungen

Mediziner erklärten, die ersten Todesfälle habe es nach der Beerdigung von zwei Dorfvorstehern gegeben. Traditionell hätten Angehörige die Leichen gewaschen. Bis Ende August waren vier Dörfer betroffen. 217 Menschen erkrankten, 103 starben später. In der Region leben rund 140.000 Menschen.

Ebola ist eine durch den Ebo-Virus verursachte hoch infektiöse Erkrankung. Die Krankheit wird bei direktem Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Sie löst schwere innere Blutungen aus, eine Heilung gibt es nicht, 50 bis 90 Prozent der Infizierten sterben. Bis heute existiert auch kein Impfstoff. Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" empfiehlt im Falle eines Ebola-Ausbruchs, jeden Kontakt mit den Körperflüssigkeiten bereits Infizierter zu meiden.

Zum ersten Mal brach die Krankheit 1976 im Sudan und im Norden des ehemaligen Zaire aus. Fast alle Menschen, die mit Erkrankten in Berührung kamen, infizierten sich und starben. Seitdem trat die Krankheit in mehreren afrikanischen Ländern auf, wie zum Beispiel in Uganda, Gabun und der Elfenbeinküste, zuletzt im Juni 2005 im Kongo. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO starben bis 2005 an der Krankheit 1301 Menschen.

khü/AP



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