Einsatz in Syrien Türkei startet Militäraktion zur Umsiedlung von Mausoleum

Die Grabstätte des Suleiman Shah in Syrien gilt als Eigentum der Türkei - doch die Terrorgruppe "Islamischer Staat" bedroht das Mausoleum aus dem 13. Jahrhundert. Die Türkei will es nun in Sicherheit bringen.
Grabstätte von Suleiman Shah (Archiv): Bedrohung durch IS

Grabstätte von Suleiman Shah (Archiv): Bedrohung durch IS

Foto: AP/dpa

Hamburg/Ankara - Der türkische Prämierminister Ahmet Davutoglu hat offenbar einen Militäreinsatz begonnen, mit dem Ziel, die Grabstätte des Suleiman Shah in Syrien in die Türkei umzusiedeln. Es seien bereits Truppen ins Nachbarland Syrien entsandt worden, meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

Zunächst sollen demnach türkische Soldaten in Sicherheit gebracht werden, die die Grabstätte beschützen. Davutoglu habe die Freie Syrische Armee und Kurden über den Militäreinsatz informiert.

Suleiman Shah gilt als Großvater des Gründers des Osmanischen Reiches, Osman I. Suleiman Shah starb im 13. Jahrhundert. Die Türkei betrachtet das in Syrien gelegene Mausoleum und das zugehörige rund zwei Hektar große Areal als eigenes Hoheitsgebiet. Sie beruft sich auf einen Vertrag mit Frankreich aus dem Jahr 1921. Damals wurde Syrien von Frankreich beherrscht.

Bedrohung durch IS

Davutoglu will das Mausoleum in eine andere Region Syriens bringen, die von der Türkei kontrolliert wird. Die Operation wurde wegen einer Verschlechterung der Sicherheitslage in der Region gestartet.

Der türkischen Regierung zufolge waren IS-Kämpfer gegen das Mausoleum vorgerückt. IS und andere Extremistengruppen lehnen die Verehrung von Gräbern als Götzendienst ab. Sie haben bereits eine Reihe von Gräbern und Moscheen in Syrien zerstört.

In dem von den USA geführten Militäreinsatz gegen den IS hat die Türkei bislang keine aktive Rolle gespielt.

boj/reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.