Ägyptens Tal der Könige Grab von Tutanchamun gibt weiter Rätsel auf

Eigentlich wollte Ägypten am Freitag Informationen zu unentdeckten Kammern im Grab von Pharao Tutanchamun liefern. Doch die Auswertung neuer Radarbilder dauert noch.

Factum Arte/ Ministry of State for Antiquities and Heritage, Egypt/ Nicholas Revees

Die Grabkammer Tutanchamuns im Tal der Könige im Süden Ägyptens ist weltberühmt. Doch gibt es in ihrer Nähe möglicherweise bisher unentdeckte Kammern? Auf diese Frage gibt es weiter keine Antwort. Man benötige noch eine Woche für die Analyse neuer Radarbilder, so Ägyptens Antikenminister Khaled al-Anani.

"Nichts wird vor der Untersuchung der Scans bekannt gegeben, um wissenschaftliche Glaubwürdigkeit sicherzustellen", sagte Anani im Beisein des britischen Ägyptologen Nicholas Reeves. Dieser hatte die mögliche Existenz der Räume im vergangenen Sommer ins Spiel gebracht.

Ursprünglich war angekündigt worden, dass am Freitag über die Erkenntnisse aus neuen Aufnahmen informiert werden solle. Vorherige Messungen aus der Grabkammer hatten die Existenz weiterer Räume nahegelegt - aber noch nicht bewiesen. Der damalige Antikenminister Mamdouh el-Damati hatte erklärt, Experten seien sich "zu 90 Prozent" sicher, dass es weitere Kammern gebe. Am Freitag nun sagte er: "Wir müssen uns sicher sein. Hundert Prozent."

Symposium im Mai geplant

Die Aufnahmen des ägyptisch-amerikanischen Teams in der Nacht zum Freitag hätten etwa elf Stunden gedauert, erklärte Nachfolger Anani. Wenn diese Daten ausgewertet seien, werde es Ende des Monats noch weitere Radarmessungen geben. Zudem brauche es eine Debatte internationaler Experten über weitere Schritte - dazu werde es ein Symposium im Mai geben. Experten zufolge wäre es denkbar, Sonden einzusetzen, die durch die aufgebohrte Wand geschoben würden.

Reeves war im vergangenen August mit der Theorie über weitere Kammern im Tutanchamun-Grab an die Öffentlichkeit getreten. Sein Aufsatz über Linienstrukturen in zwei Wänden des 1922 entdeckten Grabes des Kindkönigs (um 1330 v. Chr.) sorgte weltweit für Aufsehen. Reeves erkannte in ihnen vermauerte Durchgänge. Er vermutete sogar, dass sich das bislang unentdeckte Grab der Nofretete hinter der Nordwand befinden könnte. Schon die Entdeckung weiterer Kammern allerdings wäre eine archäologische Sensation.

Das Grab der Nofretete?

chs/dpa

insgesamt 40 Beiträge
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mansiehtnurmitdemherzengu 01.04.2016
1. Wozu die Eile?
Der alte Tut lag ein paar tausend Jahre in seiner Gruft, bis man ihn wieder entdeckt hat. Da sollten ein paar Wochen oder Monate keine Rolle spielen.
klumpescheel 01.04.2016
2. Fauler Zauber?
Hatten wir das nicht alles schon einmal vor einigen Jahren in der Cheops-Pyramide? Ein Riesenhype, "Life"-Übertragung im Fernsehen und dann - - - äh, nichts. Schon vergessen?
spontanistin 01.04.2016
3. Grabräuber's Traum.
Je länger man mit der Exploration - nach der frühen Bekanntgabe - wartet, umso mehr Zeit haben die vor Ort agierenden Grabräuberei-Clans Zeit, alles leer zu räumen! Geniale Taktik!
geotie 01.04.2016
4.
Zitat von klumpescheelHatten wir das nicht alles schon einmal vor einigen Jahren in der Cheops-Pyramide? Ein Riesenhype, "Life"-Übertragung im Fernsehen und dann - - - äh, nichts. Schon vergessen?
Alles ganz interessant, aber nochmal so was "zu erleben", braucht kein Mensch. Ich warte lieber die Untersuchungen ab und lese dann den Bericht dazu.
Sumerer 01.04.2016
5.
Zitat von mansiehtnurmitdemherzenguDer alte Tut lag ein paar tausend Jahre in seiner Gruft, bis man ihn wieder entdeckt hat. Da sollten ein paar Wochen oder Monate keine Rolle spielen.
Einerseits haben Sie sicherlich recht. Andererseits ist es halt schon eine Frage, welche Rolle Echnaton bei der ihm nachfolgenden Religionsentwicklung, eigentlich auch der Entwicklung unserer Kultur, gespielt hat. Darauf könnte es jetzt eventuell detaillierte Antworten geben.
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