Übergewicht Dollars erleichtern das Abspecken

Für Geld tun manche Menschen alles. Dicke nehmen sogar erfolgreich ab, wenn man ihnen für jedes Pfund weniger ein paar Dollar verspricht, wie US-Forscher jetzt herausgefunden haben. Bezahlen sollen das Abspecken die Unternehmen, weil ihre Angestellten dann seltener krank werden.


Abnehmen gegen Bares - das könnte eine neue vielversprechende Methode im Kampf gegen die grassierende Fettsucht werden. Schon für einen Geldanreiz von sieben Dollar pro Prozentpunkt Gewichtsabnahme ließen sich auf der Waage Erfolge ablesen, berichtet Eric Finkelstein vom US-Forschungsinstitut RTI International in einem Artikel für das "Journal of Occupational and Environmental Medicine".

Finkelstein und seine Co-Autorinnen Laura Linnan und Deborah Tate wollten prüfen, wie Unternehmen Arbeitsausfälle durch ungesundes Übergewicht von Mitarbeitern vermeiden können. Klassische Angebote wie Fitness-Center und ein gesünderes Speisenangebot in den Kantinen von Unternehmen garantierten keinen nachhaltigen Erfolg - eine Geldbelohnung schon eher, fanden sie nun heraus. "Das kann keine schlechte Investition sein, weil man den Leuten ja nur Geld gibt, wenn sie wirklich abnehmen", sagte Finkelstein.

In ihrer Studie teilten die Forscher 200 übergewichtige Angestellte von verschiedenen Instituten ihrer University of North Carolina in Chapel Hill in drei Gruppen ein: Eine bekam kein Geld fürs Abnehmen, die zweite sieben und die dritte 14 Dollar für jeden Prozentpunkt Gewichtsabnahme. So bekam beispielsweise ein 90 Kilogramm schwerer Teilnehmer in der Mittelgruppe 35 Dollar, wenn er 4,5 Kilogramm abspeckte und so sein Gewicht um fünf Prozent reduzierte.

Sollen Schlanke auch belohnt werden?

Die Teilnehmer erhielten keine Beratung, wie sie abnehmen könnten. Am Ende hatten die Mitarbeiter mit der höchsten finanziellen Belohnung den größten Erfolg beim Abnehmen: Durchschnittlich nahmen sie zwei Kilogramm in drei Monaten ab. In der Sieben-Dollar-Gruppe waren es im Schnitt drei Pfund 1,4 Kilogramm und in der ohne finanzielle Belohnung nur 0,9 Kilogramm.

Bei Teilnehmern in der 14-Dollar-Gruppe stieg die Wahrscheinlichkeit um das Fünffache, dass eine Abnahme von fünf Prozent des Körpergewichts erreicht wird, heißt es weiter. Diese Größenordnung gilt als klinisch bedeutsam. Finkelstein und sein Team wollen ihre Studien nun ausweiten. Sie werten nun eine Untersuchung mit 1000 Teilnehmern aus, die über ein Jahr ging.

Co-Autorin Linnan sagte, es seien noch weitere Forschungen nötig. "Es ist klar, dass die größte Herausforderung darin besteht, den Leuten zu helfen, dauerhaft abzunehmen." Dabei geht es nicht nur darum, dass Arbeitgeber nicht immer für dieselben fünf Kilogramm zahlen sollen, die ihre übergewichtigen Mitarbeiter abnehmen. Zudem sollte es eine Gleichberechtigung geben - also auch Mitarbeiter belohnt werden, die ohnehin schon ein gesundes Gewicht haben.

Elizabeth Dunbar, AP



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Seite 1
fabi82 25.09.2007
1.
Zitat von sysopFür Geld tun manche Menschen alles. Dicke nehmen sogar erfolgreich ab, wenn man ihnen für jedes Pfund weniger Geld verspricht, wie Forscher herausgefunden haben. Bezahlen sollen das Abspecken die Unternehmen, weil ihre Angestellten dann seltener krank werden. Ein richtiger Weg, um Fettsuch zu bekämpfen?
Also ich find`s gar nicht so schlecht. Bei den vielen Superadipösen in den USA kann das die Unternehmen aber leicht in finanzielle Schieflage bringen.:)
rieberger 26.09.2007
2.
Zitat von sysopFür Geld tun manche Menschen alles. Dicke nehmen sogar erfolgreich ab, wenn man ihnen für jedes Pfund weniger Geld verspricht, wie Forscher herausgefunden haben. Bezahlen sollen das Abspecken die Unternehmen, weil ihre Angestellten dann seltener krank werden. Ein richtiger Weg, um Fettsuch zu bekämpfen?
So ein Quatsch. Die Gesundheit muß ureigenes Interesses jedes selbstbestimmten Menschen sein - und das wollen wir alle sein.. Diese Verantwortung für sich selbst kann nicht delegiert werden, auch wenn dies dem heutigen Zeitgeist entspricht. Die Wiederherstellung von Gesundheit darf für mein Dafürhalten schon deswegen nicht umsonst sein, weil eine Dienstleistung, die nichts kostet, dann keinen Eigenwert hat. Der Rückschluß für einfältige Gemüter: meine Gesundheit geht nur mich etwas an und wenn ich krank werde, zahlen die anderen für mich.
eitch 26.09.2007
3.
Ganz neue Gehaltschancen: Man perfektioniert den Jo-Jo-Effekt, möglichst schnell rauf mit dem Gewicht und dann möglichst schnell runter. So verdient man dann mehr. Aber mal im Ernst: Wer Geld braucht, um auf sein Gewicht zu achten, der wird sicher nicht in der Lage sein, sein Gewicht nachher zu halten. Ich denke, wenn ein Unternehmen seinen Mitarbeitern fürs Abnehmen Geld geben will, kann es das ja gerne machen, aber eine Pflicht hierzu ist doch wirklich Quatsch.
Taraxacum 26.09.2007
4.
Zitat von sysopFür Geld tun manche Menschen alles. Dicke nehmen sogar erfolgreich ab, wenn man ihnen für jedes Pfund weniger Geld verspricht, wie Forscher herausgefunden haben. Bezahlen sollen das Abspecken die Unternehmen, weil ihre Angestellten dann seltener krank werden. Ein richtiger Weg, um Fettsuch zu bekämpfen?
Wenn Unternehmen begännen, ihren Mitarbeitern Geld fürs Abnehmen zu bezahlen, dann müssten sie erst recht jene Mitarbeiter belohnen, die von vornherein auf ihren Körper achtgeben und gar nicht erst zunehmen. Einem Menschen Geld fürs Abnehmen zu geben ist ungefähr genauso Konditionierung, wie einem Hund einen Keks für ein Kunststück zu geben. Natürlich können solche Dinge tatsächlich funktionieren, aber ein schwer übergewichtiger erwachsener Mensch sollte auch ohne Belohnung zu der Einsicht kommen, dass sich etwas ändern muss. So kann er eventuell auch dann sein Gewicht halten, wenn es kein Geld mehr gibt.
eitch 26.09.2007
5.
Da haben sie aber direkt die Gleichstellungsbeauftragten am Hals! Sie können ja nicht einfach dicke Menschen benachteiligen. Egal ob sinnvoll oder nicht, so etwas geht in Deutschland nicht (manchmal muss man sagen leider). Siehe Männlein / Weiblein bei einer Lebensversicherung.
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